Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden 175
rend, nach dem Spitzenton die Quarte statt der Terz. Diesen erhöht
Ridd. um eine Stufe zur Sexte (in Parallele zum Motiv des Anfangs)
und ebenso die folgende Quarte zur Quinte. Die 4. Zeile beginnt
überall mit dem Quartsprung f-b, nur Ridd. hat wie die deutsche
Melodie die Sekundfortschreitung a-b, die für die 5. Zeile
(Wiederholung der 4. wieder allgemein wird. Rappe überbrückt hier wie
in der vorigen Zeile den Terzschritt mit einer Durchgangsnote. Die
letzte Zeile variiert auch in den meisten deutschen Fassungen. Nur
Kalm. setzt wie der Einzeldruck 1530 auf der Oberquarte ein. Sonst
schreiben alle wie Crüger die Quinte und sinken mit einem
Terz-und zwei Sekundschritten zur Tonika ab, um dann noch einmal
(einschliesslich Kalm.) die Schlussformel zur Quarte zu steigern.
Ridd. notiert hier genau wie Crüger. Die übrigen füllen den
Quartsprung mit Zwischennoten aus, zum Teil, wie bei Rappe und G.,
punktiert.
27. »Gelobet seist du Jesu Christ»
Schwed.: »Låfwad ware tu, Jesu Christ»
(Dän.: »Loffuit vaere du Jesu Christ»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524, No. XXII (Z. 1947).
Schwed.: Mönst., fol. 93; V. B. 30; Rappe, fol. 27; Ridd., pag. 116;
G. 125.
(Dän.: Thorn., fol. 20; Jesp., fol. 53.)
Dieser schöne Weihnachtschoral entstammt einer in Prosa
ver-fassten lateinischen Sequenz, die meist, wenn auch mit Unrecht1,
Notker d. Älteren zugeschrieben wird: »Grates nunc omnes reddamus».
Später ging sie in den geistlichen Volksgesang über und erhielt den
Text »Gelobet seystu, Jhesu Christ».2 Luther bearbeitete das Lied
für die evangelische Kirche, und in dieser Fassung erschien es zuerst
bei Walter 1524 als »Ain Deutsch hymnus oder lobgesang auff
Weyhenacht». In Schweden war die alte Sequenz früh beliebt geworden.
Sie muss dort schon im 12. Jahrh. verbreitet gewesen sein (in
Finnland im 13./14. Jahrh. belegt) und wurde schon 1484 im Miss.
Vpsa-lense vetus gedrackt3). Noch die »Piae cantiones» bringen sie 1625
1 So z. B. von Meister, S. 177, 178. Vgl. dagegen die Analecta Hymnica,
Bd. 53.
2 Vgl. Kümmerle I, S. 468—469.
3 Sie ist jedenfalls schon in schwed. hds. Quellen aus der ersten Hälfte
des 15. Jahrh. belegt. (Moberg, Tabelle S. 44/45.)
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