Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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scheinlich aus dem weltlichen Volksgesang. Nach Kade1 ist sie »mit
Bestimmtheit» von Ludwig Senfl erfunden. Der Text, wie er mit
obiger Weise bei Forster abgedruckt wird, zeigt das deutliche
Vorbild für die spätere geistliche Form. Die Umdichtung stammt, wie
Zelle2 vermutet, von Agricola. Babst bringt die Melodie zuerst
mit dem neuen (2.) Text: »O Gott verleih uns dein Genad». In dieser
Form kam das Lied nach Schweden.3 Dort wurde es in das Ps.B.
von 1567 aufgenommen, jedoch ohne Melodie, die erst Kalm. I
notiert. Die weitere Überlieferung zeigt uns ungewöhnlich viele,
wenn auch kleine Varianten, woraus hervorgeht, dass das Lied
wirklich volkstümlich wurde. Besonders deutlich sehen wir dies in der
Fassung Rappe, die durch zahlreiche Durchgangsnoten und
Punktierungen eine lebendige Gesanglichkeit erhält. So beginnt die 1. (4.)
Zeile mit einer punktierten Note und erreicht in einem kurzen Lauf
den Spitzenton c. Die Schlusswendung, die ausser Rappe auch G.
synkopisch notiert, bringt (wie schon Kalm.) statt der Obersekunde
das Subsemitonium. In der 2. (5.) Zeile hat Mönst. eine reizvolle
und volkstümliche Formel
während hier
Rappe wie Klug in gleichen Noten und diatonischer Folge schreibt.
G. kadenziert mit doppeltem Terzschritt d-h, c-a h. Kalm. hat
ähnlich d-h, c ch. Die 3. (6.) Zeile beginnen Kalm., Rappe und G.
mit dem Auftakt: h-c. Mönst. und Rappe schreiben zweimal
punktierte Noten und haben, wie auch Kalm. und G., den Crüger’
sehen Schluss mit dem Lauf e-f-g-a. Rappe, G. und Kalm. sind auch
in der folgenden Zeile von Crüger abhängig. Vor der Schlussnote
der 8. Zeile schreiben Kalm., Rappe und G. den Leitton statt der
Obersekunde. Rappe und G. haben hier Synkopen. In der 9. Zeile
punktieren die schwedischen Handschriften die 2. Note mit
folgender Terzverschleifung. (Letztere nicht bei Mönst., jedoch bei G.).
Kalm. hat in der 10. Zeile statt des einfachen Dreiklangs d-h, h-g
die gesanglichere Wendung d d-h, c-a g in kurzen Noten; ähnlich
Erlöser lebt» und »Herr ich bekenn aus Herzens Grund» (vgl. Z. V, S. 12 Anm.
zu No. 8113).
1 Vgl. den Aufsatz Dr. Otto Ivade’s i. d. Monatsh. f. Mus.Gesch. 1873,
S. 91.
2 Vgl. Zelle, S. 63.
3 Dänemark (Thom .) zeigt dagegen die Klug’sche Fassung mit dem 1. Text.
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