Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
Rappe und G.: d c h, c-a g. Die letzte Zeile, die auch in Deutschland
vielfach variiert, notiert Rappe wieder in volkstümlicher Form: mit
einer Punktierung beginnend, sinkt die melodische Linie nach dem
Erreichen des Spitzentons nicht auf die Tonika zurück, sondern auf
die Quinte der Dominante (h) und wendet sich dann erst über die
Oberterz zur Tonika. Kalm., Rappe und G. bilden den Schluss mit
dem Leitton, Mönst. wie Klug mit der Obersekunde. Der 2.
Terzschritt bei Kalm. und G. (a-c) steht ebenso bei Wulpius, Schein u. a.
Bei Mönst. liegt im Auftakt ein Schreibfehler vor: statt des Tritonus
f-h muss, wie auch sonst überall, der Terzschritt g-h stehen.
32. »O Gott wir danken deiner Güt»
Schwed.: »O Gudh tin godhet tackom wij»
(Dän.: »O Gud vi tacke oc loffue dig»)
Quellen: Deutsch: Strassburg, Rihel 1569, Bl. 263 (Z. 4493 b).
Schwed.: Mönst., fol. 103 b; Ridd., pag. 77; G. 343.
(Dän.: Thorn., fol. 329 b.)
Die älteste Quelle für die Melodie dieses Liedes ist der
»Catechis-mus» Joh. Meckardts um 1560.1 Hier steht sie mit dem Text
»Herr Gott wir bitten deine Güt». Mit unserem Text (von Nie. Boie)
erscheint sie erstmals in den Strassburger »Psalmen, Geystliche Lieder
und Lobgesänge . . .»von 1569. Dieser hat sich jedoch in Deutschland
nicht weiter verbreitet. Indessen wurde er der schwedischen
Übersetzung im Ps.B. von 1567 zu Grunde gelegt2, woraus wir die direkte
Benutzung des Strassburger G.B.’s entnehmen können.3 Die Melodie
bringt zuerst Mönst., später Rappe und G. mit nur unbedeutenden
Varianten, die meist der Vereinfachung dienen. Auffällig ist die
Durchführung des 3-Takts, der sich in Deutschland, ausser bei M.
Praetorius (und auch hier nur im 1. Teil der Melodie), nirgends
findet.4 Ausschlaggebend war hier sicher Thorn., der in gleicher
Weise notiert. In der 1. (3.) Zeile wird der Spitzenton nicht im
Quartsprung, sondern durchweg in diatonischer Fortschreitung er-
1 Vgl. Z. VI, S. 37. 2 Ebenso bei Thom.
3 Die wenigen deutschen Choralbücher, die das Lied noch anführen, ha-
ben meist den Text »O Christ, wir danken dir» (z. B. M. Praetorius 1610);
einige auch »Herr straf mich nicht in deinem Zorn» (vgl. Z. III, S. 94).
4 Da jedoch M. Praetorius den anderen Textbeginn »O Christ wir danken
deiner Güt» hat, ist eine unmittelbare Abhängigkeit nicht anzunehmen.
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