- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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f.rich burger

zeigt eine freie und gesangliche Melodik, die die Härten der deutschen
Fassung ausgleicht. Der eingeführte 3-Takt gibt der Weise eine
volkstümliche Flüssigkeit. Die 1. Zeile sinkt in der 5. Note bis zur
Untersekunde und bringt dadurch einen reizvollen Wechsel gegen die reine
Dreiklangsfolge von Gesius. Gleichzeitig wird die 3. Terz zur Quarte,
wodurch die monotone Intervall-Wiederholung vermieden wird. Die
2. Zeile setzt die Steigerung der 1. fort, indem sie im Auftakt an den
vorhergehenden Schlusston anknüpft. Der Spitzenton g folgt
unmittelbar, worauf sich die melodische Linie bis zum Schluss der 3.
Zeile gleichmässig senkt. (Gesius wiederholt hier die Steigerung, die
dadurch an Wirkung verliert.) Die Kadenz der 2. Zeile schliesst in
der parallelen Dur-Tonart, die volkstümlicher und kraftvoller
anmutet als die Unterdominante bei Gesius. Dia 3. Zeile sinkt
melodisch bis zur Untersekunde g und vermeidet den harten Quintschritt
e-a der deutschen Weise. Die 4. Zeile bringt wieder eine Steigerung,
die mit dem Quartenauftakt g-c eingeleitet wird. Gesius notiert als
Auftakt die schwerer zu. singende Obersexte und bestreitet die Zeile
durch den einfachen F-Dur-Dreiklang f-c-a-f. In der Schlusszeile
setzen Mönst. und G. auf der Oberquinte ein und schreiben den
Schluss ähnlich wie Gesius, abgesehen von dem erhöhten Leitton
und der Auflösung der Synkope.

34. »Herr, neig dein Ohren gnädiglich»

Schwed.: »O Herre Gud af Himmelrik, wår . . .»
Quellen: Deutsch: B. Waldis 1553 (Z. 8449).

Schwed.: Mönst., fol. 84; Ridd., pag. 95; G. 79.

Dies Lied von B. Waldis hat sich im deutschen
Gemeindegesang nicht durchsetzen können und wird von den späteren
Choralbüchern nirgends aufgeführt. Der schwedische Text hierzu findet
sich im Ps.B. von 1567. Mönst., Ridd. und G. notieren die Melodie
fast notengetreu nach B. Waldis. Die Plika der 1. (4.) Zeile (5.
Note) fällt fort. In der 2. (5.), 3. (6.) und 8. Zeile hat nur Mönst.
den Terzschritt der Schlussformel. Ridd. und G. schreiten
diatonisch fort. In der 9. Zeile bringt Ridd. als 4. Note statt der Terz
die Tonika und vermeidet dadurch den Quartsprung. Der Schluss
wird bei Ridd. und G. gesanglicher durch den diatonischen Abstieg
von der Ober-Quinte zur Tonika, wobei G. eine Punktierung schreibt.
Nur Mönst. hat den Quintsprung c"-f’ wie B. Waldis.

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