Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
mcnhang zwischen den einzelnen Fassungen. Jedoch ist allen die
Verkürzung des Liedes um eine Zeile, der 9., gemeinsam. Diese
Veränderung ist für die Melodie entschieden von Vorteil. (Die 9. Zeile
schliesst auf der Dominante c, während die 8. auf der Tonika den
besseren Abschluss bringt.) Ebenso der Wegfall der 6. Zeile, denn die
6. und 7. Zeile wirken beide abschwächend nach der Steigerung der
5. Zeile. An weiteren Varianten seien noch aufgeführt: In der 1.
Zeile beginnt Mönst. mit dem volkstümlichen Auftakt der Quarte.
Rappe notiert nach der 4. Note einen Quint- statt Terzschritt, der
als reizvolle Belebung der melodischen Linie wirkt. Ridd. und G.
setzen vor den Schluss den Leitton statt der Obersekunde. Die 2.
(4.) Zeile bringt eine entschiedene Verbesserung gegenüber B. Waldis.
Sie gibt fast notengetreu die ebenfalls den Aufgesang abschliessende
3. (6.) Zeile des Chorals »Wachet auf ruft uns die Stimme»1 wieder.
Dieser war zur Zeit der Niederschrift unseres Liedes gerade nach
Schweden gekommen und hatte sich sicher rasch verbreitet.2 Nur
die Schlussformel erhält eine kleine Erweiterung duch die einbezogene
Quinte c: a(-b)-c(-b)-a-g-f statt kürzer a-b-g-f wie bei Nicolai und
Ungius. Der nun folgende Teil zeigt genau das Liedschema von »Ein
feste Burg» (No. 18) z.T. auch mit starken Anklängen an die Melodie.
Die 5. und 6. Zeile werden wie dort in zwei kurze Abschnitte zerlegt.
Kalm. I und Mönst. setzen mit der Quinte, Rappe, Ridd. und G.
mit der Tonika ein. Bei diesen wird dadurch der Ambitus von der
Sexte zur Oktave erweitert, bei jenen zur Quarte vermindert. Die
1. Halbzeile moduliert dann bei Rappe wie No. 18 nach C-Dur,
wodurch auch harmonisch eine Abwechslung erreicht ist. Diese
wird von den anderen nicht übernommen, jedoch schreiben Ridd.
und G. fast dieselben Noten nur rhythmisch vereinfacht. Die 6. Zeile
setzt auf der Quinte statt der Oktave ein und ist von B. Waldis
unabhängig. Von der 7. Zeile bleibt fast nur die Schlusswendung
überall ausser bei Rappe. Hier wird abweichend mit der Obersekunde
g eingesetzt und ähnlich wie in der ersten Hälfte der 5. Zeile notiert.
Eine melodische Verbesserung bringt die 8. Zeile. Die Synkope
fällt fort. Kalm., Ridd. und G. setzen mit dem Dreiklang c-a-f
ein und gehen mit dem Quartsprung nach b die Kadenz. Rappe
1 Schwed. »Waker up, Wächtaren siunger». Vgl. No. 67.
2 Zuerst erschienen in einem Einzeldruck von Pedher Hansson Ungius,
Uppsala 1640.
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