Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmelodien in schweden
23 t
schreitet zu Beginn nicht bis zur Tonika fort, sondern bleibt auf
der Terz. Die Quarte b wird von Rappe und Ridd. durch Punktierung
besonders betont. Ridd. und G. vereinfachen durch Streichen des
Schlussmelismas. Die letzte Zeile v. B. Waldis fällt, wie oben
erwähnt, bei den schwedischen Fassungen fort.
42. »Es dicht’t mein Herz ein Lied so schön»
Schwed.: »Jag sjunger om en konung båld»
Quellen: Deutsch: B. Waldis 1553, Bl. 76b (Z. 7738).
Schwed.: Svenska Psalmboken 1572, Uppsala-Psalmboken 1616 u.
1623; Kalm. I, vol. 151; Mönst., fol. 82; Ridd., pag. 90; G. 55.
Dieses Lied ist in Deutschland nur von wenigen Choralbüchern
aufgeführt.1 In Schweden wird es mit der Melodie und einer freien
Übertragung des Textes im Ps.B. von 1572 gedruckt und auch von
den Uppsala Psalmbüchern 1616 und 1623 übernommen. Der frühe
Druck, der die deutsche Vorlage fast genau wiedergibt, beeinflusst
deutlich die späteren Fassungen. So copiert Mönst. die
Psalmbücher von 1572, 1616 und 1623, die wiederum unter sich identisch
sind.2 Abweichend verläuft nur die 2. (5.) und 3. (6.) Zeile. Mit
Ausnahme von Kalm. werden in allen schwedischen Quellen in der
2. (5.) Zeile die 3. Note um eine Sekunde und die übrigen um eine
Terz erniedrigt, aus der deutlichen Absicht die Wiederholung des
Dominant Schlusses der vorhergehenden Zeile zu vermeiden. Die
melodische Verbesserung mit der Wendung nach der parallelen
Durtonart ist erheblich und die Monotonie der harmonischen Wendung
beseitigt. Die Änderung der 2. (5.) Zeile hat eine ebensolche des
Anfangs der 3. (6.) Zeile zur Folge, indem die beiden ersten Noten
gleichfalls um eine Terz erniedrigt werden. An Stelle des Auftakts
auf der Septime ist damit der leichter singbare auf der Quinte
getreten. Kalm. richtet sich in der Schreibweise dieser Zeilen genau
nach B. Waldis. Nur die 4. Note der 3. (6.) Zeile wird aus textlichen
Gründen gestrichen. Zu Beginn der 2. (4.) Zeile steht statt des
Quintschritts d-g-d, die Quarte d-a-d, doch ist dies möglicherweise auf einen
1 Das Frankfurter G.B. von 1581 (»Psalmen, geistl. Lieder und Gesänge»,
Zahn VI, S. 67) hat dazu den Text »Zum Herrn ich schrei mit meiner Stimm»
(vgl. Z. IV, S. 535).
2 Hierbei unterläuft Mönst. ein Schreibfehler, indem es die Schlussnote
der vorletzten Zeile übergeht.
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