Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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i8o
erich burger
Schweden geltend. Nachdem der Text schon in der
Psalmbuchauflage von 1586 erschienen war, finden wir die Melodie bei Mönst.
aufgezeichnet und in G. gedruckt. Mönst. verzichtet hier auf eine
eigene Fassung und kopiert nur Thorn, (abgesehen von 3
unbedeutenden Abweichungen). G. hat folgende Varianten: In der 1. (3.)
Zeile steht an 4. Stelle die Unterterz a statt der Untersekunde. Der
letzte Terzschritt wird mit der Zwischennote gefüllt. Die 2. (4.)
Zeile führt den Spitzen ton mit der Terz e-g-e ein, während Mönst.
und Thorn, in der 1. Terz die Durchgangsnote schreiben. Die 5.
Zeile beginnt mit 2 Quartsprüngen d-g g-d (Wolff hat e-g-e) und
steigt dann nochmals diatonisch zur Oberquarte f auf, die auch Thorn,
schreibt. Die folgenden Schlussnoten hat ebenso Crüger. Unabhängig
von deutschen Quellen und Thorn.-Mönst. ist die 6. Zeile. Nur der
Einsatz auf der Oberterz bleibt. Dann sinkt G. bis zur Unterquarte
g, um mit dem folgenden Terzschritt a-c auf der Obersekunde d
zu schliessen. Die Verbesserung gegenüber Thorn.-Mönst., die in der
6. Zeile die 5. wiederholen, und Wolff, der kein Abklingen der
Steigerung der 2. (4.) und 5. Zeile bringt, ist deutlich. Durch die
Wendung bis zur Unterquarte ist der melodische Ausgleich gegen die
vorhergehende Oberquinte gegeben. So schliesst sich auch die
Schlusszeile mit der abermaligen Steigerung bis zur Oberquarte besser an.
Hier hat augenscheinlich Crüger vorgelegen. Der Quartenauftakt
fällt auch dort weg. Nur fügt G. an 3. Stelle eine Durchgangsnote
und nach dem Spitzenton 2 Viertelnoten e-d ein.
Schliesslich sei noch kurz die in den Notenbeispielen (No. 47,
4. Mel.) angeführte Weise von G. 403 mit dem Text »Wak up af
synden, tu Christendom» erwähnt. Nodermann1 vermutet hier eine
schwedische Melodie, weist jedoch auch auf die Ähnlichkeit mit der
unsrigen hin. Dies ist zweifellos richtig und mit der Kürzung um
die 6. Zeile kann sie sehr wohl eine Zusammenziehung der
deutschen Weise sein. Indessen trägt diese Fassung ausgesprochen
volksliedhaften Charakter. Es ist darum anzunehmen, dass es sich hier
um eine volkstümlich zurecht gesungene Variante der deutschen
Weise handelt, die dann für einen neuen schwedischen Text verwandt
wurde.
1 II, S. 164, No. 416.
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