- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmelodien in schweden 23 t

47. »Man spricht: Wen Gott erfreut» oder »Auf meinen lieben
Gott» und »Wo soll ich fliehen hin»

Schwed.: »Fröjda tig, tu Christi brud» od. »På min Herra Gud allen» (G. 385).
Quellen: Deutsch: B. Gesius 1605 II, Bl. 77 (Z 2161, 2162).

Schwed.: Mönst., fol. 30; G. 116 (u. G. 3851).

Der Melodie dieses Liedes sind im Laufe der Zeit mehrere Texte
unterlegt worden. Sie steht ursprünglich weltlich bei Jakob
Regnart »Kurtzweilige Teutsche Lieder» (Nürnberg 1544) mit dem Text:
»Venus du und dein Kind».2 1605 findet sie sich etwas verändert
bei Gesius als Choral: »Man spricht, wen Gott erfreut». Wulpius
1609 hat sie dann mit dem Text: »Auf meinen lieben Gott», bei dem
sie weiterhin verbleibt.3

In dieser Fassung kam sie nach Schweden. Dort erhielt sie den
Text »Fröjda tig, tu Christi brud», der jedoch älter ist, weil er schon
bei einem Huldigungslied (»Välönskningsvisa») für König Sigismund
von Polen 1598 als »Thon» vermerkt wird. Da in Deutschland die
Kontrafaktur zuerst bei Gesius 1605 auftritt, muss der schwedische
Text vorher eine andere Melodie (eventuell eine eigene?) gehabt
haben, oder, es kam das Regnart’sche Lied in seiner weltlichen Form
nach Schweden und wurde dort zwischen 1580—1590 geistlich
parodiert4, was jedoch kaum glaubhaft scheint, da dieses Verfahren sonst
so gut wie nirgends nachzuweisen ist.5 Bei G. tritt auch der 2. Text
»På min Herra Gud allen» (= »Auf meinen lieben Gott») auf.

Von den unbedeutenden Varianten seien hier aufgezählt: Die
2. Zeile hat G. wie Wulpius und Schein. Mönst. schreibt als vorletzte
Note die Untersekunde statt der Oberterz wie Gesius. In der 3. und
4. Zeile punktiert G. die 2. Note. Den Schluss der 4. Zeile bilden
Mönst. und G. mit der Terz statt der Quinte. Der Intervallsprung
d-g wird durch die diatonische Fortschreitung vermieden. Den
Anfangston der 5. Zeile punktiert G. Die Schlussformel wird von Mönst.
und G. mit der Untersekunde als Wechselnote (wie bei Schein)
erweitert. Die letzte Zeile schliesst bei beiden (nach Wulpius und

1 Ridd. hat denselben Text, jedoch zu einer anderen Mel.

2 Vgl. Böhme, S. 302.

3 Einen 3. Text hat Schein: »Wo soll ich fliehen hin».

4 Liedgren, S. 228, nimmt das Bekanntwerden des Liedes für frühestens
1578 an.

5 Vgl. oben S. 137.

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