Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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deutsche kirchenmelodien in schweden
23 t
des 3-Taktes. Ebenso der monotone Anfang der 1. Zeile mit viermal
wiederholter Tonika und entsprechend der Verzicht auf die
Steigerung zur Oberquarte. Bezeichnend ist auch die Betonung des reinen
Moll gegenüber Crüger, indem als Schlussnote die kleine, statt der
grossen (Dominant-)Terz gesetzt wird. Dasselbe gilt für die 6. Note
der folgenden Zeile. Hier wiederholt G. zweimal das Anfangsmotiv
der 1., das einmal mit dem Quartenauftakt, das andere Mal mit der
Crüger’schen Untersekunde eingeleitet wird. Gleichzeitig fällt damit
wieder die Oberquarte weg. Erst in der 3. Zeile erscheint auch bei
G. die Crüger’sche Steigerung zur Quinte, die jedoch hier nur einmal
statt dreimal notiert wird. Danach schreitet G. diatonisch abwärts
bis zur grossen Terz der Dominante, die jedoch hier nicht als
Leitton steht, sondern den kontrastierenden Durklang vertritt, wie so
oft bei schwedischen Volksliedern. Die letzte Zeile wiederholt den
Anfang der 2. und streicht auch hier die Oberquarte Crügers. Die
abweichende Schlussformel mit dem Leitton als Wechselnote findet
sich in dieser anspruchslosen Monotonie geradezu stereotyp in
zahlreichen schwedischen Volksmelodien. Im ganzen haben wir hier ein
besonders schönes und lebendiges Beispiel nationaler Umbildung,
wie es sich in den anderen nordischen Ländern um diese Zeit nicht
findet.
62. »Vater unser, wir bitten dich)
Schwed.: »O Fader wår vi bedje dig»
(Dän.: »O Fader vor vi bede dig»)
Quellen: Deutsch: Köpphel 1526, Bl. 63 b (Z. 7747).
Schwed.: Kalm. I, fol. 144; Mönst., fol. 98; Ridd., pag. 63
(Dän.: Thorn., fol. 121 b.)
Der alte Vaterunser-Choral, dessen Text Symphorianus Pollio
dichtete, wurde von Wolff Köpphel in den »Psalmen, gebett und
Kirchenübung» 1526 gedruckt.1 Von da übernehmen ihn die
späteren Strassburger G.B. Um 1600 scheint er jedoch in Deutschland
wieder zu verschwinden, da ihn die grossen Sammlungen des 17.
Jahrhunderts nicht aufführen. Dagegen findet er sich in Schweden in
den drei Handschriften Kalm. I, Mönst. und Ridd.2 Eine
Übersetzung des Textes war schon in dem Uppsala Ps.B. von 1622 er-
1 Vgl. Kümmerle III, S. 757.
2 Jedoch ist er von G. nicht mehr aufgenommen worden.
Upps. Ps.B.
1622.
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