Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
Quellen: Deutsch: Valentin Schumann, Leipzig 1539, Bl. 3 (Z. 346).
Schwed.: Rappe, fol. 25; Grevillius; Ridd., pag. 122; G. 132.
Dies »kinderlied auff die Weinacht Christi» von M. Luther wurde
zuerst mit zwei weltlichen Weisen verbunden1, ehe es mit der obigen
Melodie, die allgemein Luther zugeschrieben wird, bei V. Schumann
1539 erschien. Mit dieser ging es in alle G.B.’er der Reformationszeit
über und ist seitdem unverändert bis heute bekannt geblieben. In
Schweden erfuhr der Text mehrere Übersetzungen, von denen sich
nur die des Erzbischofs Olaus Martini (gest. 1609), der sich genau
an das deutsche Original hielt, durchzusetzen vermochte. Dieser
schwedische Text wird zunächst mit einigen anderen Psalmen
desselben Verfassers in Uppsala 1617 gedruckt. 1655 erscheint er in
Linköpings Ps.B. Mit der Melodie findet sich das Lied jedoch erst
bei Rappe in notengetreuer Wiedergabe der Schumann’schen
Fassung.2 Grevillius hat in der 2. Zeile den Terzschritt c-a zweimal, statt
des "besseren diatonischen Schlusses c b a. Ridd. und G. schliessen
die letzte Zeile wie Hassler und Thorn, mit zwei auf einander
folgenden Terzen c-a, b-g f. Im übrigen hat sich die ausgesprochen
individuelle Melodie auch in Schweden unverändert erhalten.3
61. »Allein auf Gott setz dein Verträum>
Schwed.: »Allena til Gudh sätt tit hopp fast»
Quellen: Deutsch: Crüger 1640, S. 439 (Z. 424 c).
Schwed.: G. 260.
Den Text dieses Liedes hat nach Zahn wahrscheinlich B.
Ringwal dt gedichtet. Die Melodie ist eine Umbildung einer
Komposition von M. Prætorius4, die ihrerseits die Vereinfachung einer älteren
Weise aus dem- Görlitzer G.B. von 15995 darstellt. Eine schwedische
Übersetzung findet sich schon in einem Miniaturpsalmbuch von 1626,
jedoch ohne Beigabe der Weise. Diese wird nur von G. überliefert.
Bei geringen Abweichungen gleicht sie sich hier ganz dem Typus des
schwedischen Volksliedes an. Dies zeigt schon die Durchführung
1 Vgl. hierzu Kümmerle III, S. 839 und Böhme, S. 623.
2 Hier merkwürdigerweise mit dem Text »War glad tu Helga Christenhet»,
der schon im Ps.B. v. 1530 erschien u. sonst mit einer eigenen (schwedischen ?)
Mel. auftritt. Vgl. G. 123.
3 Über den in der Notenbeilage zitierten Mora-Psalm vgl. unten S. 249 ff.
4 M. Prætorius VIII, 1610, No. 49. 5 Z. 424 a.
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