Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
Quellen. — Zu Anfang hat G. augenscheinlich einen Druckfehler.
Der Auftakt wird hier allgemein mit der Tonika, nicht mit der
Unterterz und dem folgendem Quintschritt (d-a) gebildet. Die 2. (4.) Zeile
notieren Ridd. und G. mit vereinfachtem Melisma wie Thorn., Schein,
Crüger u. a. Die übrigen weichen in der Schlussformel ab, indem sie
gleich Wulpius zur Unterterz absinken und darauf mit einem
Quartsprung über die Obersekunde schliessen (d-g-f). In der 5. Zeile
schreiben Ridd. und G. den erhöhten Leitton wie Schein und alle späteren.
Die letzte Zeile verläuft bis zur Abwärtswendung diatonisch wie bei
Thorn, und Hassler. Kalm., Mönst. und V.B. 30 setzen den
Spitzenton doppelt mit der eingefügten Terz als Wechselnote. Der
darauffolgende Schluss stimmt (auch bei Ridd. und G.) mit der 2. (4.)
Zeile über in.
65. »Warum betrübst du dich, mein Herz»
Schwed.: »Mit hjerta hwi grämer tu tig»
(Dän.: »Mit hierte hwi gremmer du dig»)
Quellen: Deutsch: Handschr. Monoetius, Crailsheim 1565 (Z. 1689 a).
Schwed.: Kalm. I, fol. 148; Mönst., fol. 107; G. 282.
(Dän.: Thorn., fol. 235.)
Den Text dieses Liedes hatte man lange Zeit Hans Sachs
zugeschrieben, jedoch wohl zu Unrecht.1 Er wurde mit einer
ursprünglich weltlichen Dur- und einer davon abgeleiteten Mollmelodie
verbunden, die beide um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden sein
müssen.2 Als älteste Quelle der nur kirchlichen Mollmelodie, die auch
nach Schweden kam, fand Zahn eine, in Crailsheim 1565 verfasste,
handschriftliche Notierung des Schulmeisters Monoetius, angefügt
an ein Exemplar des Strassb. G.B.’s von 1560. In dieser Fassung
wurde, wie Kümmerle behauptet3, das Lied zuerst in Joachim
Magdeburgs »Tischgesängen» 1571 gedruckt. Jedoch muss schon ein
älterer deutscher Druck existiert haben, da bereits Thorn. (1569) die
Melodie mit dem ins Dänische übertragenen Text bringt. Dieser
ist auch für Schweden vorbildlich geworden. Er erscheint dort
zuerst in der Handschr. Kalm. I. Die beigefügte Melodie zeigt nur
geringe Abweichungen. Das gleiche gilt für die Fassungen von Mönst.
1 Vgl. Wackernagel IV, S. 129. Böhme (S. 749) erklärt G. A. Oemler
zum Verfasser.
2 Vgl. Kümmerle IV, S. 74. 3 Ebenda.
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