Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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f.rich burger
hin, bleibt die deutsche Fassung fast notengetreu erhalten. Die
kleinen Abweichungen lassen sich auch in deutschen Quellen
nachweisen. So bringen Kalm. I, Mönst. und Rappe eine Verzierung der
Schlussformel in der 2. (4.) und letzten Zeile, wie Crüger. Für die
5. Zeile gilt durchweg die Redaktion Eccards (1597) und Burmeisters
(1601). Nur wird die 1. Note einmal, die vorletzte Note zweimal
geschrieben. Die nächste Zeile stimmt genau mit M. Praetorius
überein. Nur Ridd. notiert an 4. Stelle zweimal e statt e-f. Ausserdem
als Auftakt die Terz a, die auch G. übernimmt und die sich bei
Crüger ebenso findet. Rappe bringt in der letzten Zeile die 1. Note
punktiert mit folgender Plika. In der ganzen Melodie hat G.
durchweg kurze Auftakte.
67. »Wachet auf ruft uns die Stimme»
Schwed.: »Waker up, Wächtaren siunger»
Quellen: Deutsch: Philipp Nicolai, Freudenstpiegel 1599 (Z. 8405 a).
Schwed.: Einzeldruck 1640 von Pedher Hansson Ungius.
Lied und Weise werden heute allgemein Philipp Nicolai
zugeschrieben1, der sie in seinem Freudenspiegel 1599 herausgab. In den
evangelischen Gemeinden scheint das Lied bald beliebt geworden
zu sein, trotzdem wird es von einigen grossen G.B.’ern der Folgezeit
nicht aufgenommen.2 Dies mag auch der Grund sein, dass wir es
in Schweden nur in einem Einzeldruck vom Jahre 1640 finden. Wie
aus dem Untertitel hervorgeht3, wurde es als Zwischenaktstück zu
einem geistlichen Schauspiel, wahrscheinlich zu einer »Comedie von
der Geburt Christi» gesungen und zwar in einem einfachen
mehrstimmigen Satz, als dessen Autor sich Pedher Hannsson Ungius
bezeichnet. In der Melodie sind folgende kleine Abweichungen zu
bemerken: In der 1. Zeile fällt das Schlussmelisma weg, wie auch in
späteren deutschen Quellen. Die 2. (5.) Zeile bringt den Spitzenton
nur einmal, indem sie an 5. Stelle die Oktave f wiederholt. In der
1 Wintfreeld vermutet dahinter ein weltliches Lied, wogegen
Wolfrum (S. 105) treffende Einwände erhebt.
2 Darunter Crüger, Prax. piet. mel., wo es erst in der Ausgabe von
1712 erscheint (vgl. Bachmann, Zur Gesch. d. Berl. G.B.’er, 1856 (S. 340—341).
3 »Een ny andeligh Wijsa . . . sungen emellan Akten, när then Comoedia
agerades . . .» (»Ein neues geistliches Lied . . . gesungen zwischen dem Akt,
wenn die Comödie gespielt wurde ...»).
Einzeldruck
1640.
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