Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 1. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der schwedischen Choralsammlungen
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IV. Ergebnisse der Vergleiche.
i. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der
schwedischen Choralsammlungen.
Vergleichen wir die dänische und schwedische Überlieferung
deutscher Kirchenmelodien, so fällt bei der letzteren eine wesentlich
stärkere Variantenbildung auf. Der Grund hierfür liegt nicht nur
in der geographisch grösseren Entfernung Schwedens, sondern in
den andersartigen Bedingungen, unter welchen hier die Verbreitung
der neuen protestantischen Lieder erfolgte. Wie schon oben
erwähnt1, gibt es im 16. Jahrhundert noch keine schwedischen
Noten-rlrucker.2 Erst im 17. Jahrhundert beginnen einzelne sich
Fertigkeiten auf diesem Gebiete anzueignen.3 Jedoch haben alle vor dem
Choralbuch 1697 gedruckten Notenbücher eine nur unbedeutende
Rolle für die Überlieferung der Melodien gespielt, wie schon aus den.
wahrscheinlich sehr kleinen, Auflagen hervorgeht. Im gegenteiligen
Falle wäre es sonst undenkbar, dass so bedeutende und
umfangs-reiche Handschr., wie Kalm. I und Mönst., noch mehr aber die
späteren Rappe und Ridd., nicht einfach die Notierung der
vorhergegangenen Drucke kopierten, sondern eine eigene, wenn auch
unbedeutend abweichende Schreibweise zeigen.4 Freilich war es
durch den Druck leichter eine einheitliche Fassung bei der
Verbreitung der Melodie zu erzielen, und durchweg sehen wir die früh
mit Noten gedruckten Lieder in der Folge nur wenig verändert.
Jedoch müssen wir im allgemeinen der handschriftlichen Über-
1 S. 129.
2 Dänemark hatte dagegen schon 1569 durch Thom. eine gedruckte
reich-hatlige Sammlung prot. Lieder mit Melodien erhalten.
3 Als ersten schwedischen Notendrucker nennt Norlind (Sv. Mus. Hist.,
S. 47) zu Anfang des 17. Jahrh. Andreas Gutterwitz in Stockholm. Wie der
Name zeigt, handelt es sich hier sicherlich um einen eingewanderten Deutschen.
4 Vgl. z. B. No. 19, 39.
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