- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 1. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der schwedischen Choralsammlungen

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deutsche kirchenmelodien in schweden

23 t

lieferung mindestens die gleiche Bedeutung zusprechen wie den
Drucken. Erst das grosse Choralbuch von 1697 lässt die
vorhergehenden Aufzeichnungen veraltet erscheinen, wodurch sich die geringe
Zahl erhaltener Handschriften erklärt.

Hieraus ergibt sich auch, dass wir bei den vorhandenen und
dieser Untersuchung zugrunde gelegten Exemplaren nicht mit
ersten und originalen Aufzeichnungen rechnen dürfen. Ausgenommen
vielleicht nur Rappe und Ridd., die anscheinend von einem
geschulten Cantoren oder Organisten geschrieben sind. Die übrigen
Bücher, einschliesslich der grossen Sammlungen von Kalm. I und
Mönst., lassen ältere vermittelnde Quellen vermuten, die heute
verloren sind. Das mag schon daraus hervorgehen, dass Kalm. I
und Mönst. in der Notierung vieler Lieder genau übereinstimmen1,
aber auch mehrere Male in der Schreibweise abweichen.2 Vielleicht
hängen beide gemeinsam von einer oder mehreren älteren
Handschriften ab. Diese mögen wiederum unter dem Einfluss der
dänischen Drucke Thomissöns und Jespersöns gestanden haben.
Auffällig ist jedenfalls eine mehrfache Übereinstimmung der dänischen
und schwedischen Notierungsweise bei Thorn, und Kalm.-Mönst.3

Eine andere bemerkenswerte Erscheinung finden wir bei Kalm.
und Mönst. und noch mehr bei den späteren Handschr., indem sich
in den einzelnen Melodien gleichzeitig wirkende Einflüsse
verschiedener Quellen feststellen lassen.4 Hierfür gibt es zwei Erklärungen:
Entweder man benutzte bei der Abschrift der deutschen Melodien
nicht nur ein einzelnes Choralbuch, sondern mehrere, deren
abweichende Wendungen man je nach Gutdünken kombinierte. Oder,
was wahrscheinlicher ist, man legte die, jeweils in der Diözese oder
dem Kirchspiel geltende, mündliche Überlieferung der Aufzeichnung
zu Grunde. Bei einem solchen Verfahren ist eine Mischung
verschiedener Quellen leicht erklärlich. Müssen wir doch annehmen,
dass bei dem Mangel an Notendrucken die Kantoren der einzelnen
Kirchen die Weisen aus deutschen oder dänischen Choralbüchern
in Abschriften oder auch unmittelbar entnahmen, und so im Lauf
der Zeit und mit der Wechsel der Sänger mehrere Fassungen einer

1 Vgl. No. 5, 6, 9, 16, 35, 41 usw.

2 Vgl. besondes No. 18, 26, 42.

3 Vgl. No. 2, 5, 9, 13, 32, 34, 46.

4 Vgl. z. B. No. ii, 15, 18, 20, 29, 54, 65, 74 u.a.

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