- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 1. Folgerungen für die Entstehungsgeschichte der schwedischen Choralsammlungen

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deutsche kirchenmelodien in schweden

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durchweg der kirchlichkonventionelle Stil gewahrt. Jedoch ist
mit viel Geschick manch schwerfällige Wendung verbessert und
gesanglicher gestaltet worden. Wahrscheinlich haben wir in diesem
Fall die Änderungen dem Erzbischof Laurentius Petri zuzuschreiben,
der vermutlich neue, noch unbekannte Melodien für seine Texte
suchte und dabei zu B. Waldis griff. Denn deutlich ist, dass es sich
hier nicht um gewöhnliche Übertragungen handelt, sondern um eine
oft gewaltsame Anpassung der deutschen Melodie an fremde
schwedische Texte.1 Ähnlich mögen auch andere gehandelt haben, da in
den meisten Liedern Spuren einer bewussten und individuellen
Redaktion zu finden sind, während eigentlich volkstümliche Elemente nur
selten in Erscheinung treten.2 Dies erklärt sich einerseits daraus,
dass, wie oben erwähnt, meistens Geistliche die Verfasser der
Hand-schr. waren, denen daran lag, selbst bei vorgenommenen Änderungen
den kirchlichen Stil zu wahren. Andererseits sind zweifellos die
protestantischen Lieder nicht vor der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts,
ja meist noch später, wirkliches Volkstum geworden. Hat es doch
sicher lange Zeit gedauert, bis das Landvolk eine nur nennenswerte
Zahl der neuen Choräle kannte und diese so völlig als Eigentum
empfand, dass sie sie zu variieren begann.3

Ausserdem ist noch zu berücksichtigen, dass die nach Schweden
übernommenen Lieder nicht immer dazu geeignet waren,
volkstümlich zu werden. Man hatte oft ziemlich wahllos übertragen und
das rein Konfessionelle zu sehr in den Vordergrund gerückt. Ob
Melodien verbreitet und beliebt waren, gab sicherlich nur selten den
Ausschlag. Sonst wäre es undenkbar, dass über ein Viertel der hier
aufgeführten 118 Lieder sich in Deutschland kaum mehr als in einer
einzigen Quelle finden!4 Besonders auffallend ist die Verbreitung
der B. Waldis’schen Melodien in Schweden. Wie schon oben erwähnt,
kann es sich hierbei nur um die bewusste Tat eines Einzelnen —
wahrscheinlich des Erzbischofs Laurentius Petri5 — handeln, dem ein

1 Vgl. No. 28, 39 und 41. Ein absolutes Missverhältnis von Text und
Weise finden wir in No. 24, wo, an Stelle der jambischen deutschen Strophe,
zwei schwed. Kurzstrophen in brachykatalektischen Daktylen treten.

2 Vgl. darüber unten S. 243 ff., 249.

3 Vgl. dazu die »Mora-Psalme, unten S. 249 ff.

4 Vgl. No. 12, 15, 20, 24, 28, 30, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42,
44, 48, 61, 62, 86, 87, 88, 91, 92, 94, 95, 97, 99.

5 Die den Melodien zugehörigen Texte erscheinen sämtlich erstmals in

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