Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - V. Schluss
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V. Schluss.
Das evangelische Kirchenlied weist in Schweden, ähnlich wie
in Deutschland, keine gerade Entwicklung auf. Es zeigt
verschiedene Phasen, deren jede ihren eigenen Sinn und Wert hat. In der
Frühzeit (ungefähr bis 1650) finden wir einen einfachen, lapidaren
Stil, grösstenteils syllabisch mit knapper Koloratur. Nur wenige
Melismen durchschlingen die Melodie. Wo solche bei den deutschen
Liedern noch als Zeichen ursprünglich weltlicher Herkunft
auftraten, wurden sie in Schweden meist gekürzt oder ganz gestrichen.
Bestand doch von vorneherein keine so enge Beziehung zwischen
Kirchen- und Volksgesang wie in Deutschland. Der Grund liegt
darin, dass das geistliche Lied eine starke lyrische Ausdruckskraft
voraussetzt, die zu dieser Zeit dem schwedischen Volke fehlte. Der
protestantische Choral vermittelte erst eigentlich das Empfinden
und die Empfänglichkeit für die lyrische Liedform. Doch dauerte
es noch über ein Jahrhundert nach der Einführung der Reformation,
bis die deutschen Melodien volkstümlich wurden. Dann allerdings
entfalteten sie sich gegen allen Zwang der Tradition und in der 2.
Hälfte des 17. Jahrhunderts finden wir eine reiche gesangesfrohe
Melodik, die deutlich weltliche Züge verrät. Hiermit erreichte das
schwedische Kirchenlied seinen Höhepunkt als lebendiger und reifer
Ausdruck der evangelischen Idee. Während in Deutschland die
melodische und rhythmische Nivellierung durch die allgemeine Einführung
der Orgel vor sich ging, entstand hier im Norden eine späte Blüte
des geistlichen Liedes. Ein volkstümliches Melos brach sich Bahn.
Der straffe Rhythmus und die leichte Beweglichkeit der
Tanzmelodien drangen überall ein. Die monodische Kunst bewies durch dieses
neue Aufnehmen und Verarbeiten weltlicher Elemente noch ihre
grosse Lebenskraft, wodurch sie sich vor einem frühen Manierismus
bewahrte. Freilich leitete schon das Ch.B. von 1697 durch die einge-
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