Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Max Pribilla S. J., Nach einer Vortragsreise durch Schweden
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NACH EINER VORTRAGSREISE DURCH SCHWEDEN -’05
Sprung herleiten. Es bleibt daher die Dankespflicht bestehen
für alles, was die katholische Kirche in langen Jahrhunderten
dem schwedischen Volke an christlichen Gütern des Glaubens
und der Kultur gegeben hat.» So die Worte des schwedischen
Bischofs Stadener, auf die ich in meiner Rede zu Uppsala
hinwies1. Daraus ergibt sich, dass auch für Schweden das Wort
gilt: »Grabt nur tiefer und ihr stosst überall auf katholischen
Boden!»
Neben vielen alten Kirchen sind besonders die herrlichen
Dome von Lund und Uppsala ragende Denkmäler der
katholischen Vergangenheit. Der romanische Dom von Lund, dessen
Baugeschichte bis ins Ii. Jahrhundert zurückgeht, wenn auch
sein jetziges Hochchor erst 1145 eingeweiht wurde, erinnert an
die Zeit, da die Stadt ausser zahlreichen Kapellen 22 Kirchen
und 7 Klöster zählte und in ihrem Erzbischof den Primas der
drei nordischen Reiche beherbergte. Der Dom ist dem hl.
Laurentius geweiht. In Uppsala, das schon 1164 zum Erzbistum
erhoben wurde, befindet sich die grösste Kirche Schwedens.
Der gotische, nach nordfranzösischen Mustern erbaute Dom
wurde um 1270 begonnen und 1435 vollendet. Voll Staunen
und Ehrfurcht steht man in diesem erhabenen,
himmelanstrebenden Gotteshause und bewundert die Glaubenskraft und den
Schaffensmut des Mittelalters, das hier im hohen Norden einen
so gewaltigen Dom und damit ein Zentrum christlichen Kultus
für weite Länderstrecken schuf. In einer Kapelle des Chors
sind die Eltern der hl. Birgitta beigesetzt, und hinter dem
Hochaltar ruht in silbernem, aussen vergoldetem Schrein König
Erich IX. († 1160), mit St. Birgitta der Schutzheilige
Schwedens. Alljährlich an seinem Festtage (18. Mai) pilgern
katholische Männer Stockholms zu seinem Grabe, um doft still zu
beten und einen Kranz aufzuhängen. Seit dem Jahre 1273, in
dem seine Gebeine aus der Kirche von Alt-Uppsala in den noch
im Bau befindlichen Dom übertragen wurden, gilt der heilige
Schwedenkönig als zweiter Patron der Kathedrale neben dem
’ Vgl. diese Zeitschrift 125 (1933) 427. — Es wurde mir mitgeteilt,
dass Bischof Stadener bei Gelegenheit sehr streitbar gegen den
Katholizismus auftreten könne. Um so bemerkenswerter scheinen mir seine obigen
Worte.
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