- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettiosjunde årgången, 1937 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Granskningar och anmälningar - Josef Schmidlin, Papstgeschichte der neuesten Zeit, I—III (Lic. Hist. Eccles. Theodor van Haag)

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2 S 2 GRANSKNINGAR OCH ANMÄLNINGAR

Pius X. und Benedikt XV. Jedesmal erscheint die Stellung der
Kirche in Schweden besonders schwierig. Ein Irrtum findet sich in
Bd. II S. 225 Anm. 74: 1854 und 1858 seien je sechs
schwedische Frauen wegen ihres Uebertritts zur katholischen Kirche
ausgewiesen worden. In Wirklichkeit handelt es sich um einen und
denselben Fall, der 1854 verhandelt wurde, aber wegen der
Abneigung des Königs, Reuterdahls und anderer gegen die gehässige
Massnahme hinausgezögert wurde, bis ein besonderer Anlass 1858
zur Ausweisung führte.

Nur äusserst selten ist vom Protestantismus oder von Protestanten
die Rede. Die gegenseitige Fremdheit war im 19. Jahrhundert weit
fortgeschritten. Es ist eine Einzelerscheinung, wenn der Protestant
Thorwaldsen von Leo XII. zum Präsidenten der päpstlichen
Malerakademie von St. Lukas ernannt wird. Die Einladung an die
Protestanten zur Teilnahme am Jubiläum 1825 und am Vatikanischen
Konzil konnte natürlich nicht im Ernst mit einer Annahme rechnen.

Schmidlins Papstgeschichte ist zweifellos eine ungeheure
Arbeitsleistung, die umso höher zu werten ist, als der Verfasser seit
Jahrzehnten auf einem anderen Gebiet, dem der Missionswissenschaft,
führend tätig ist. Zum ersten mal ist ein weitschichtiges Material
zusammengetragen und das viele Unzuverlässige ausgeschieden. Jeder
Band bringt in der Einleitung wertvolle Ueberblicke über Quellen
und Literatur. Die Hinweise in den über 9,000 Anmerkungen
machen das Ganze zu einem nützlichen Nachschlagewerk. Die
Literaturbenützung beschränkt sich allerdings an manchen Stellen auf
allgemeine AVerke wie Hergenröther und Mourret, wo statt dessen
die betreffende Spezialliteratur zu Rat gezogen werden musste. Der
Verfasser verleugnet nirgends seinen kirchlichen Standpunkt und
seine Pietät gegen das Papsttum. Umso mehr muss man anerkennen,
dass er sich von der panegyrischen Behandlung der Pontifikate
freihält, an der viele der benützten Vorarbeiten kranken. Bei allem
Streben nach Objektivität hält der Verfasser mit seiner persönlichen
Meinung nicht hinter dem Berge. Leisetreten und Rücksichtnahme
nach irgend einer Seite hin liegt ihm fern. Seinem unbekümmerten
Vorgehen fehlt allerdings oft die letzte Reife.

Die Darstellung leidet nicht an trockener Lehrhaftigkeit.
Andererseits mangelt es an sprachlicher Zucht und Durcharbeitung.
Neben einem schwülstigen Stil mit kühnen Bildern stehen
seitenlange ermüdende Aufzählungen von Einzelheiten. Es fehlt die
Arbeit des Zusammenfassens, wie man überhaupt dem ganzen Werk
anmerkt, dass es zu schnell gearbeitet ist. Auch unterschätzt der
Verfasser zweifellos den Wert der bisher für die meisten Pontifikate
noch verschlossenen Archive. Besonders die Genesis der Ereignisse
und die Anteilnahme der einzelnen an ihrem Zustandekommen wird
später einmal ganz anders beleuchtet werden können. Am schwäch-

21 — 36293. Kyrkohist. Årsskrift 1937.

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