- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Fyrtiofjärde årgången, 1944 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Theodor van Haag S. J., Die apostolische Sukzession in Schweden - 2. Die Hierarchie zur Zeit des Eindringens des lutherischen Amtsbegriffes

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DIF, APOSTOLISCHE SUKZESSION IN SCHWEDEN

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geschrei der einen Partei war. Wie in allen Beschlüssen von Västerås
zeigt sich auch hier jene »bifurkative Tendenz», die eine katholische
Auslegung noch erlaubte, tatsächlich aber später als Anerkennung
der reformatorischen Lehre ausgedeutet werden konnte. Wenn in
den Bestimmungen über die Bischöfe und Priester immer wieder von
der Predigt des Wortes Gottes als ihrer Hauptaufgabe die Rede ist,
dann war die Zeit nicht mehr fern, wo man unter dieser Eigenschaft
lutherische Gesinnung verstand und als Bischöfe und Priester
Diener am Wort haben wollte. Dann war mehr oder weniger
unmerklich der katholische Bischofs- und Priesterbegriff innerlich
ausgehöhlt und durch den lutherischen Amtsbegriff ersetzt. Wir werden
noch zu untersuchen haben, ob und in welchem Sinne in Schweden
eine solche Entwicklung stattgefunden hat.

Die wichtige Synode von Örebro 1529 unter dem Vorsitz von
Laurentius Andreae wagte sich schon weiter in evangelischer
Richtung vor, als man 1527 in Västerås gegangen war. Aber auch jetzt
waren die Beschlüsse mit einer reformfreudigen katholischen
Einstellung im grossen und ganzen vereinbar. Man wagte nicht
einmal an so umstrittene Dinge wie Messopfer, Kommunion unter einer
Gestalt, Anrufung der Heiligen und lateinische Kirchensprache zu
rühren. Das bischöfliche Amt blieb vollends unangetastet. Aber
während so der katholischen Auffassung immer noch ein
ausreichender Spielraum verblieb, wuchs daneben ein anderer Begriff des
kirchlichen Amtes heran.

Als Gustav Vasa den Schlag vorbereitete, der auf dem
Reichstag von Västerås gegen die Geistlichkeit fallen sollte, war er sich
wohl bewusst, dass man ihm die Absicht zuschreiben würde, er wolle
das Bischofs- und Priesteramt ganz abschaffen. Mit grosser
Geschicklichkeit brach der König diesem Einwurf von vornherein die
Spitze ab, indem er sich in dem offiziellen Vorschlag, der dem
Reichstag vorgelegt werden sollte, ausdrücklich gegen eine solche Absicht
verwahrte. Er wisse sehr wohl, dass man nicht ohne Lehrer und
Kirchenpriester sein könne, die das Wort Gottes lehren sollen. Wer
ihm eine andere Meinung zuschreibe, sei ein schamloser Lügner.6
Auch nachdem die entscheidenden Beschlüsse gegen die Bischöfe
gefasst waren, nahm man Rücksicht auf die Stimmung im Volk.

6 Konungens propositioner SRA I, 1, S. 72.

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