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»rabbi» johan kemper in uppsala
I47
ihrer Väter schämen zu müssen meinten. Darum ist jeder kleine
biographische Beitrag — und auch das Wenige, was wir über Kemper
wissen, für die Wissenschaft von so grossem Wert.–-Im
Endresultat steht es aber so, dass die Erfahrungen dieser aufgeregten
Jahrzehnte der sabbatianischen Krisis dem Judentum geistig den
Übergang in die Emanzipationsaera vorbereitet und erleichtert haben.
W. Zacek hat in einem Aufsatz1 dafür sogar die dokumentarischen
Beweise erbringen können.
Durch Johan Kemper ragt die sabbatianische Bewegung, die in
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Judenheit revolutioniert
und alles von unten nach oben gekehrt hat, auch nach Schweden
hinein. Kempers Schüler Anders Norrelius wieder war an einen der
letzten bedeutenden Repräsentanten des Sabbatianismus geraten, als
er selber die christliche Trinität aus dem Zohar beweisen wollte. Das
wirkliche Motiv, das hinter der »kabbalistischen Trinität» gestanden
hatte, war von Norrelius so wenig erkannt worden wie 20 Jahre
vorher der Hintergrund für die Bekehrung seines Lehrers. Der
Sab-batianer Moses ben Ahron in Krakau hatte nämlich schon genau so
an die Trinität geglaubt wie Johan Kemper in Uppsala. Die
»Bekehrung» dieses Mannes hatte — so dürfen wir zum Schluss
rekapitulieren — lediglich darin bestanden, dass er vom Messias Sabbatai
aus Verzweiflung zum Messias Jesus übergegangen war. Es ist
möglich, dass aus Verzweiflung allmählich Glauben wurde.
1 Zwei Beiträge zur Geschichte des Frankismus in Böhmen (Jahrbuch der
Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Tschechoslowakischen Republik
IX —Prag 1938—, 343 ff)-
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