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Die ursprüngli®e Vorstellung eines einzigen, höchsten Gottes 21
religiösen Vorstellungen niht so einfa ist, wie diese und ähnli<e sprah-
lihen Erklärungen voraussezen. Dazu kommt, daß Allah Eigenschaften
aufweist, die siherli<h bei keinem der lokalen Stammgötter vorhanden
waren, befonders die, daß er der Schöpfer der ganzen Welt ist.
Wahrscheinlicher wäre es wohl, daß die heidnis<hen Araber Eindrüde
von dem monotheistis<hen Glauben der <ristlihen Na<hbarvölkter empfangen
hatten und daß ihre religiöse Gedankenwelt von den zahlreichen jüdischen
Einwanderern beeinflußt war, die jahrhundertelang unter ihnen gewohnt
hatten, besonders in Jemen, aber auch in den mittleren und nordwestli<en
Teilen der Halbinsel. Man findet jedo<h bei vielen Völfern, au solhen,
die auf einer weit tieferen Kulturstufe stehen als die Beduinen zur Seit
Mohammeds, einen Glauben an einen höchsten Gott, der Schöpfer der Welt
und der Menschen ist, der heilige Sitte und Ordnung gestiftet hat und au<
darüber wacht, daß sie aufre<ht erhalten werden, besonders in solchen
Sällen, die sih der Kontrolle der menshlihen Autorität entziehen. Eigen-
tümlich für diese Götter ist, daß sie in der Regel im Kult start zurü>treten
und nur ausnahmsweise bei drohender Gefahr angerufen werden oder
wenn s<hwere Naturereignisse den Untergang des Staates bedrohen. Früher
ist man im allgemeinen geneigt gewesen, diesen Gottesglauben, der zu-
weilen die sehr ungeeignete Bezeihnung „primitiver Monotheismus“ er-
halten hat, als Wirkung des Einflusses aufzufassen, den die cristlihen
Missionare im Lauf der Jahrhunderte auf so viele Natürvölker ausgeübt
haben. Heute gewinnt jedo<h dur< die Untersuhungen von W. Schmidt,
Preuß, Pettazoni u. A. die Auffassung unter den Forshern immer mehr
Verbreitung, daß die Erklärung in zahlreichen Fällen niht mehr genügt
und man eher annehmen muß, daß wir es hier mit einer ursprünglihen
Dorstellung von sehr altertümli<hem Typ zu tun haben. Sie begegnet uns
nämlich in ausgeprägter Form gerade bei sol<en Völtern, die auf einer sehr
primitiven RKulturstufe stehen. Es ist also an si<h mögli, daß der Glaube
an Allah, den Schöpfer der Welt, den Regenspender, den Stifter heiliger
Sitten und den Mächtigen, der über die Heiligkeit der Eide wacht, zu der
ursprünglichen einheimischen Religion in Arabien gehört. Wenn die übrigen
Götter zuweilen nur als eine Art Mittler zwishen den Menschen und
Allah (39, 4) betra<tet, oder ihm als seine Kinder untergeordnet werden
(39, 6), so hat eine solhe Auffassung shlagende Entsprehungen bei heu-
tigen Naturvölkern. Die Safwa in dem früheren Deuts<h-Ostafrita er-
“ Elären, daß, gleih wie der Geringe, wenn er dem Häuptling eine Sache vor=
legen möchte, einen mähtigen Mann als Mittler und Fürspre<hér braut,
dies auc bei Nguruve (Gott) nötig ist. „Die Ahnen sind unsere Fürspreher,
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