Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - III. Mohammeds religöse Botschaft
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
Jie
en,
ne
en
ts
zu
ls
ge
nd
g-
e-
(e
nd
le
en
N=
ür
C=
as
t=
Almosen um Gottes, niht der Menschen willen 63
hammed für das Almosengeben anführte, hängt au niht mit primitiver
Ethik zusammen. Sie ist vielmehr für gewisse hochentwidelte Religionen
typish. Wir begegnen ihr im Parsismus, im späteren Judentum und katho-
lishen Christentum. Diese ganze Einrichtung, die eine bestimmte Art von
Wohltätigkeit kennzeihnet, ist naturgemäß dort zuhause, wo si<h die Ein-
stellung auf das jenseitige Leben besonders stark geltend macht. Sie hat
ihren psychologischen Grund in dem Gefühl, daß die jenseitige Welt um so
mehr von ihrem Wert und ihrer Wirklichkeit verliert, je mehr wir mit dem
Jett völlig zufrieden sind und uns in dieser Welt wirklih wohl fühlen.
Wenn die Welt eng und elend ist, kann die Seele ihre Shwingen zu dem
erheben, was ewig und bleibend ist. Der Reichtum mit seinen Möglich=
keiten, Bequemlihkeit und Wohlbefinden. in dieser Welt zu shaffen, wird
darum als ein natürliher Feind der religiösen Ewigkeitsstimmung emp-
funden. Der Fromme müßte si< eigentli< von allem Besiß frei machen, da
aber der Mensch aus natürlihen Gründen selten Mut hat, so tonsequent
zu sein, wird das Almosengeben ein passender Ersatz. Es ist folgli< in
Wirklichkeit niht eine soziale Pflicht, sondern ein Kultaft, eine Geste, dur
die der Fromme seinem Gott sagt, wie er es eigentlih meint und die, wie
andere symbolische Handlungen, das beshwerte Gewissen entlastet und dem
Menschen die Dorstellung gibt, daß er wirtlih den Aft ausführt, den das
Almosengeben symbolisiert, nämli< die Freisagung vom Besitz. Es ist da-
her selbstverständlih, daß für diese Art Frömmigkeit Gott, das Jenseits
als höchster persönliher Wert, Empfänger des Almosen ist. Man gibt um
Gottes und seiner selbst willen, wer es hier auf Erden empfängt, ist im
Grunde ziemlih gleihgültig. Diese Wohltätigkeit hat nihts mit altruisti-
schen sozialen Interessen zu. tun. „Meine Väter haben das gesammelt, was
keine Frucht trägt. I< habe das gesammelt was Frucht trägt. Meine Väter
haben Shäße des Mammons gesammelt, ih habe die Shäße der Seele
gesammelt. Meine Väter haben für andere gesammelt, ih habe für mih
selbst gesammelt. Meine Väter haben für diese Welt gesammelt, ih habe
für die zukünftige gesammelt.“ So betet na< dem Talmud König Mono-
bazus von Adiabene 24/3, Es ist die unverhüllte religiöse Selbstsucht, die so
viele fromme Wohltätigkeit entstellt.
Ein Rest von e<t arabis<hem Ethos ist es dagegen, wenn Mohammed
“ unter den Armen, die man mit Almosen bedenken muß, oft die armen
Verwandten nennt. Als Gegenstand für die fromme Mildtätigkeit werden
fernerhin auh die Vaterlosen, die Wanderer und Gefangenen aufgezählt.
Einen Sklaven freizugeben wird als ein besonders gutes Werk angesehen
und wird demjenigen als Buße auferlegt, der unfreiwillig einen Recht-
gläubigen tötet.
Mik Gli FLR SLI Y Lii d fdii AE LIBBADVY —
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>