- Project Runeberg -  Mohammed : Sein Leben und sein Glaube /
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(1932) [MARC] Author: Tor Andræ
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TA TTI. Mohammeds religiöse Botschaft

ist damit keineswegs gelöst. Obwohl er in wesentlihen Jügen eine Ver-
wandtschaft mit orientalishem Christentum aufweist, die unmöglich. zu-
fällig sein kann, zeigt er in anderer Hinsicht eine Unwissenheit über das
Christentum, die nah dem hier Angeführten unbegreifli<h erscheint. Erst
in einer der späteren mekkanishen Suren erwähnt er Jesus, Isa, wie er im
Koran genannt wird, offenbar im Ans<luß an die unter den Nestorianern
übliche Namensform Ischo. Von der Stellung der Person Jesu im Christen-
tum weiß er in Mekka nur, daß die Christen Jesus als Sohn Gottes be-
zeihnen. Er verwedselt im übrigen Jesu Mutter mit Arons Schwester
Mirjam und seint also anfangs Jesus für einen alttestamentlihen Pro-
pheten gehalten zu haben. Er hat gar keinen Begriff von der christlichen
Sakraments[ehre, dem Kult, den Festen und der hierarhishen Ordnung.
Man fkann kaum annehmen, sein Shweigen beruhte allein darauf, daß
er si nur soweit für das Christentum interessiert habe, wie es mit seinem
eigenen Glauben übereinstimmte. Als er — wahrscheinli< dur seine
nahen Verbindungen mit dem ristlihen Abessinien — etwas von dem
christlichen Hauptdogma der Gottheit Jesu erfährt, greift er es sharf als
polntheistish an. Dasselbe gilt au< von der Dreieinigkeit, die, wie er
glaubt, aus Gott, Jesus und Maria besteht und seiner Ansiht na< reine
Vielgötterei bedeutet. Eine fortlaufende persönliche Verbindung mit
Christen, die wirkli< über ihre Religion klar Bescheid wußten, kann Mo-
hammed niht gehabt haben. Was er im Laufe der Zeiten über das
Christentum erfuhr, u. a. Fragmente der Legenden von Jesus und seiner
Mutter aus den apokryphen Evangelien, rührte offenbar von Personen
her, deren Religionskenntnisse äußerst mangelhaft waren.

Andererfeits haben wir gesehen, daß der Prophet niht nur die christ-
lie Lehre vom Gerit, von der Vergeltung und den guten Werken in
ihren Grundzügen kennt, sondern auh in Einzelheiten die in den
Kirchen des Orients übliche Auffassung dieser Lehren wiedergibt, teilweise
geradezu in Stilformen* und Ausdrüd>en, die christlichen Ursprungs sein
müssen. Das Rätsel kann nur auf eine Weise gelöst werden. Mohammed
muß irgendwann eine ristlihe Missionspredigt gehört haben. Wie ih
in einer früheren Arbeit über den Ursprung des Islam nachzuweisen ver-
sucht habe, spürt man oft in Mohammeds Offenbarungen ein festes rheto-
rishes Schema, das ungefähr folgende Einteilung hat: 1. Schilderung der
Wohltaten Gottes in seiner Vorsehung, besonders in der wunderbaren Er-
schaffung des Menschen und in dem lebenspendenden Regen, der frucht-
bares Wacstum zur Nahrung des Menschen hervorbringt. 2. Die Pflicht
des Menschen, deswegen Gott allein mit Glauben und guten Werken zu,





ted — pt (rd + O tt e BR

— Y

Cf R ded pg à

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Project Runeberg, Sun Dec 10 17:23:57 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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