Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - VI. Der Herrsher in Medina
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110 VL. Der Herrs<her in Medina
den Schuß seiner Stammesverwandten verließ. Ihr Streben scheint jedoh
eher darauf aùsgegangen zu sein, ihn in der Stadt zu behalten. Vermutlih
haben sie seine Pläne erkannt und geahnt, daß er als Führer in Medina
ein gefährliher Gegner werden könnte.
Mohammed verließ also heimlih seine Vaterstadt und begab si<h zu
einer Höhle im Berge Thaur, wo er und Abu Bekr si< verborgen hielten,
während die Kureischiten sie suhten.-Die fromme Legende erzählt, daß Allah
in wunderbarer Weise über seinem Apostel wachte. Als die Verfolger zur
Höhle famen, fahen sie, daß ein Paar Tauben ihr Nest im Eingang gebaut
hatten und shlossen daraus, daß sie leer sei. Mohammed selbst spriht von
dem wunderbaren Frieden und dem Gefühl der Gegenwart Gottes, die seine
Seele in diesen Shi>salsstunden seines Lebens erfüllten (9, 40). Nach drei
Tagen verließ Mohammed die Höhle und kam glü>li<h na<h Medina.
Seine erste Sorge war nun, eine Moschee (arabis< masdjid, Gebets-
plaÿ) zu bauen. In gemeinsamer Arbeit aller seiner Anhänger, die später
in „Auswanderer“ aus Mekka und „Helfer“ aus Medina geteilt wurden,
errichtete er ein einfaches Gebäude aus in der Sonne getro>neten Ziegeln,
wo jeßt der Gottesdienst verrihtet wurde. Nicht weniger angelegen ließ es
si< Mohammed sein, von innen heraus die buntgewürfelte Schar, die nun
seine Gemeinde bildete, aufzubauen. Die Grundsätze, die ihn dabei leiteten,
finden wir in einem wihtigen Aftenstü> ausgesprochen, das Ibn Ischaq in
seiner Biographie wiedergibt *3, eine wahrsheinli<h aus dem zweiten Jahre
nac der Auswanderung stammenden Gemeindeordnung für Medina. Hier
heißt es, daß die Gläubigen vom Stamm Kureis<h und die aus Jathrib, so-
wie die, welche ihnen folgen, si<h ihnen anshließen und mit ihnen kämpfen,
„cine Gemeinde, eine Umma, von anderen Menschen getrennt“ bilden sollen.
Doch sollen innerhalb dieser Einheit die Auswanderer für si< und die
Helfer für sih eine Gemeinschaft bilden, so daß jede von ihnen für si<
Mannesbuße fordern und bezahlen und ihre Gefangenen freikaufen muß.
Wenn ein Rechtgläubiger sih gegen die anderen auflehnt und Zank, Feind-
shaft und Aufruhr anstiftet, sollen sih alle gemeinsam gegen ihn wenden,
unabhängig davon, zu wel<her Gruppe er gehört. Ein Gläubiger darf
keinen Glaubensgenossen um eines Ungläubigen willen töten und auh
keinem Ungläubigen gegen einen Gläubigen beistehn. Streitigkeiten, die
in der Gemeinde entstehen, werden Allah und seinem Apostel vorgelegt.
Hier begegnet uns zum ersten Male diese für Mohammeds wachsendes
Selbstbewußtsein so bezeihnende Formel. Sie zeigt uns, daß der Prophet
seine rehtlihen Entscheidungen immer bestimmter als Aussprühe von
Allah selber betrachtet.
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