- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
98

(1874-1922)
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98 J. L. Heiberg: Zimmern, wovon nur das kleinste als eigentliches Bibliothekszimmer (mit Schränken und Büsten von Demosthenes, Epikur, Zenon und Hermarchos) eingerichtet war. Sie lagen in den Schränken in einem Stoff vulkanischen Ursprungs begraben, der mit der Zeit zu einer harten Masse zusammengepresst war, aus welcher die Rollen herausgehauen werden mussten. Es lässt sich denken, dass man dabei nicht mit besonderer Zartheit verfuhr, zumal da die Rollen, wie man sich noch heute im Museum von Neapel an den noch unaufgerollten überzeugen kann, mehr als allem anderen verkohltem Holze ähnlich sahen und anfangs wirklich dafür gehalten wurden, bis ein Zufall, wie es scheint, an einer zerbrochenen Rolle Buchstaben sichtbar werden liess. Es hat sich, nebenbei bemerkt, herausgestellt, dass die Verkohlung nicht durch Feuer oder Hitze herbeigeführt ist, sondern lediglich durch die natürliche Veränderung des Pflanzenstoffs durch die Zeit und den Druck der darauf lastenden Schuttmasse. Bine genauere Betrachtung der erhaltenen Werke spricht sehr für die (auch von Sudhaus S. XVI gebilligte) Hypothese Comparettis, dass wir einen Theil der Bibliothek Philodems vor uns haben. Vor der Hand ist es klar, dass die Sammlung das Rüstzeug eines epikuräischen Philosophen darstellt; bis auf wenige Rollen mathematischen Inhalts enthält sie nur epikuräische Philosophie und eine (oder vielleicht ein paar) Schrift eines Gegners, deren Besitz aus polemischen Gründen wichtig sein konnte. Nun ergiebt es sich, dass Philodem Verfasser des weitaus grösseren Theils der repräsentirten Schriften ist, und dass kein erhaltenes Fragment auf eine spätere Zeit als die seinige hinweist. Hierzu kommt noch der Umstand, dass mehrere der Schriften Philodems — sonderbarer Weise auch Epikur περὶ φύσεως — in zwei oder gar drei Exemplaren da sind, eine zuerst von Gomperz beobachtete und verwerthete Thatsache, die doch sehr führ die genannte Vermuthung ins Gewicht fällt. Weiter hat Comparetti sehr ansprechend begründet, dass die Villa, wo die Bibliothek gefunden wurde, dem bekannten Gegner Ciceros, L. Calpurnius Piso, angehört hat, dessen Beziehungen zu Philodem Cicero or. in Pisonem 68 f. in boshafter Weise schildert; er hat wohl also die Bibliothek Philodems durch Kauf oder Erbschaft an sich gebracht. 1 Die wenigen lateinischen Rollen ausgenommen, die überhaupt einen anderen Charakter zeigen als die griechischen und wahrscheinlich von einem späteren Besitzer der Bibliothek in dieselbe einverleibt wurden.

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