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Anm. af Philodemi vol. rhetorica ed. Sudhaus. 99
Die Zahl der Rollen bei der Auffindung kann, wie gesagt,
nicht festgestellt werden. Nachdem Paderni im ersten Eifer durch
ungeschicktes Verfahren — er zerschnitt die nicht zu öffnenden
Rollen der Länge nach! — eine nicht bestimmbare Anzahl
entweder gänzlich zerstört oder in Fetzen verwandelt hatte, giebt
das neueste Inventar (von 1853) des Neapler Museums die Summe
von 1806 Nummern, wobei aber zu bemerken ist, dass auch die
kleinsten Bruchstücke eigene Nummern haben; die Gesammtzahl
der volumina schätzt Comparetti auf nur 800; die Zahl der
erhaltenen Werke schrumpft wegen der erwähnten Doubletten, und
weil keine Rolle mehr als ein Buch eines Werkes enthält, wiederum
bedeutend zusammen. Ausser dem Neapler Bestand giebt es
noch in England 8 nicht geöffnete Rollen (3 in der Bodleiana,
1 in Windsor, 4 im British Museum), Ueberbleibsel von 18 Rollen,
die kurz nach 1800 durch Geschenk an Georg IV, damals noch
Prinzen von Wales, kamen; davon ist eine verschwunden, 9 ohne
Resultat geöffnet, die 7 von dem deutschen Schwindler Sickler, der es
dahin brachte unter Aufsicht einer parlamentarischen Commission von
theils vornehmen theils gelehrten Männern 1200 Pfund Sterling auf
die vollständige Zerstörung dieser Rollen zu verwenden.’
Die Nachricht von der gefundenen Bibliothek machte alsbald
die Runde durch Europa und erregte überall in der gelehrten
Welt die hochgespanntesten Erwartungen. In Neapel bildete sich
zur Ausbeutung des Schatzes mit reichen Geldmitteln ausgestattet
1756 eine Reale Accademia ercolanese, worin aber die wirklich
Sachverständigen in entschiedener Minorität waren.
Die erste Schwierigkeit, das Aufrollen der verkohlten und
theilweise beschädigten velumina, wurde nach den gewaltsamen
und daher misslungenen Versuchen Padernis glücklich überwunden,
indem der Mönch Piaggio eine Methode angab, die sich seitdem
als die beste bewährt hat und mit wenigen Modificationen bis auf
heute im Gebrauch ist.” Es gelang ihm schon 1754 eine Rolle
von Philodem περὶ μουσικῆς recht lesbar zu machen, die dann,
als nach 40 Jahren die schwerfällige Maschinerie der Accademia
zu arbeiten anfing, in Kupfer gestochen den ersten Band der
1 Er hatte sich Credit gemacht durch Vorlegung eines geographischen
Fragments, das er angeblich aus einer Rolle in der Sammlung eines
ungenannten Freundes gewonnen hatte; es scheint eine Fälschung zu sein.
? Das nähere darüber mit (nicht sehr deutlichen) Abbildungen des
Mechanismus s. bei Jorio, Officina de’ papiri. Napoli 1825.
7 ὃς
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