- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
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(1874-1922)
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102 J. L. Heiberg: der von ihm mitgenommenen Copien gemachten Abschrift etwas gelitten haben mochten, aber keine der beiden Reihen ist durchgehends als die zuverlässigere zu betrachten; so bemerkt Sudhaus p. X von den apographa Oxoniensia: modo meliorem modo deteriorem textum! exhibent, plerumque autem pleniorem; beim Pap. 1674 (II. Buch) ist das Neapler Exemplar «diligentius confectum et melioris usus», während nach dem Oxforder «licet omnino magis corruptum sit, multa tamen corriguntur et explentur»; ähnliches gilt bei Pap. 1672, während bei Pap. 1015 «apographon Oxoniense et accuratius et uberius est». Ist schon die recensio unter diesen Verhältnissen bedeutend schwieriger, als wenn annähernd genaue Collationen eines in gewöhnlicher Weise erhaltenen Werkes vorliegen, so unterliegt die emendatio noch grösseren Schwierigkeiten. Es gilt nicht, wie sonst, in einem im grossen und ganzen verständlichen Zusammenhang einzelne Fehler zu entdecken und zu beseitigen, sondern vor allen Dingen aus der fragmentirten Ueberlieferung und den oft gräulich verunstalteten Wörtern den Sinn im groben auszumitteln und dann die zahlreichen Lücken einigermassen dem Sinn und den Buchstabenresten entsprechend auszufüllen. Wer den Versuch macht, wird sich sofort überzeugen, dass der Weg sehr holprig ist und sich fortwährend zwischen Grüften und Abgründen hindurchschlängelt, auch nicht selten in ganz wüste Gegenden führt, wo die einzelnen Bruchstücke als traurige Ueberreste einer wohlgeordneten Pflanzung aus dem zerstörenden Lavastrom emporragen ; als Beispiele solcher Verwüstung schlage man S. 126 ff. 142., 282, 303 usw. bei Sudhaus nach; der gewöhnliche Weg der Textkritik ist dagegen die reinste Chaussee. Bigentliche Schreibfehler sind sehr selten. Es wird hiernach verständlich sein, dass die Bearbeitung dieses Bodens nur langsam vorrücken kann und um zu gedeihen zur Specialität gemacht werden muss. Der Ertrag an lesbaren Texten ist denn auch bis jetzt im Verhältniss zur Masse der Papyri nicht allzu gross. Von kleineren Beiträgen zum Verständniss einzelner Stellen abgesehen, die in Zeitschriften 1 Es wäre an der Zeit, dass dieses Wort trotz seiner Unklassicität sich endgültig in der Sprache der adnotatio critica einbürgerte, die ja “doch lediglich praktischen Zwecken dient und gern auf Reinheit verzichtet. Das Wort ist unentbehrlich, und es îst denn doch ein lästiger Zopf es immer mit einem schüchternen «qui uocatur» begleiten zu müssen; contextus ist um kein Haar «klassischer».

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