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104 J. L. Heiberg: Anm. af Philodemi vol. rhetorica ed. Sudhaus.
Augenschwäche sich genöthigt sieht dieses Arbeitsfeld aufzugeben,
tritt mit dem anfangs genannten Werk ein neuer, offenbar
berufener, Mitarbeiter hervor. Sudhaus hat für seine Ausgabe die
Gomperz’schen Abschriften der Oxforder Facsimiles benutzen
können und ist dazu von Bücheler und Usener, denen die
Ausgabe dedicirt ist, unterstützt worden. Der vorliegende Band, dem
ein zweiter die übrigen Reste der rhetorischen Schriften Philodems
enthaltend folgen soll, bringt die Fragmente von Philodem περὶ
ῥητορικῆς. 1. Buch, nach Pap. 1427, hat die subscriptio
Φιλοδήμου περὶ ῥητορικῆς ὑπομνημάτων α΄, 11. Buch (Pap. 1674 und
1672) nur Φιλοδήμου περὶ ῥητορικῆς β΄. Vom III sind nur sehr
spärliche Spuren vorhanden (p. XXXVI), dagegen ist das IV.
Buch in Pap. 1423 und einem anderen, dessen Nummer nicht
angegeben wird, recht gut erhalten; die Ueberschriften Φιλοδήμου
περὶ ῥητορικῆς δ΄ τῶν εἰς δύο τὸ πρότερον UNd τῶν εἰς δύο τὸ
δεύτερον zeigen an, dass das Buch wegen seines Umfangs auf
zwei Rollen vertheilt war. Dann folgen noch Fragmente von
drei Büchern, die ohne Titel überliefert sind, aber ohne Zweifel
hierher gehören. Das erste ist dem Pap. 1669 entnommen, wovon,
wie der Herausgeber erkannt hat, Papp. 220, 1078, 1080 Theile
sind, die beiden anderen den Papp. 1015 und 1004.
Der an und für sich nicht uninteressante Inhalt, worüber
Sudhaus p. XX ff. eine Uebersicht giebt, ist leider durch
Philodems unglaublich redselige Darstellungsweise und wenig angenehme
Sprache etwas unschmackhaft geworden. Die beiden ersten Bücher
sind ganz von ermüdender Polemik, die sich überhaupt in dem
Werke breit macht, über den Begriff der τέχνη und der Rhetorik
als τέχνη aufgenommen; das vierte zeigt die Werthlosigkeit der
als τέχνη anerkannten sophistischen Rhetorik, namentlich der
Philosophie gegenüber, und dieses Thema wird dann im folgenden
weiter ausgeführt, indem unter fortwährender Polemik die
Philosophie auf Kosten der Rhetorik gepriesen wird als das einzige
wirkliche Bildungsmittel; der Weise dürfe sich überhaupt mit
politischer ἐμπειρία und der dabei verwendbaren sophistischen
Rhetorik nicht abgeben (p. 309). Charakteristisch ist das Anathema
gegen einige Epikureer, die trotz der Entscheidung des Meisters
die Rhetorik als τέχνη nicht gelten lassen wolltén: s? γὰρ
Eniκουρος καὶ Μητρόδωρος ἔτι δ᾽ Ἕρμαρχος ἀποφαίνονται τέχνην
"εἶναι τὴν τοιαύτην, ὡς Èv τοῖς ἑξῆς ὑπομνήσομεν, οἵ τούτοις
ἀντιγράφοντες OÙ πάνυ τι μακρὰν τῆς τῶν πατραλοίων καταδίκης
ἄφεστήκασιν (p. 12) — ein schlagendes Beispiel der abergläu-
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