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O. Jespersen: Anm. af Kaluza, Chaucer u. d. Rosenroman. 4
Chaucer und der Rosenroman, eine litterargeschichtliche studie
von Max Kaluza. Berlin 1893, :Felber. VI -[- 255 5.
Der verfasser der vorliegenden schrift hat das seltene glück
gehabt, die hauptergebnisse seiner untersuchung schon vor der
veröffentlichung seiner schrift anerkannt und angenommen zu sehen.
In einem brief an die Academy berichtete er kurz über seine
entdeckung, dass die ersten 1704 verse von dem Rosenroman
wirklich von Chaucer herrühren können, und seine gründe waren so
schlagend, dass Skeat ihm gleich seinen beifall zollte und die
resultate Kaluza s für seine grosse gesammtausgabe von Chaucer’s
werke (I, Clarendon Press 1894) verwertete.
Der stand der frage vor Kaluza war dieser: man wusste,
dass Chaucer den Rosenroman (ganz oder teilweise) übersetzt hatte,
aber keiner von den leitenden Chaucerphilologen wagte es länger,
die vorliegende englische übersetzung für Chaucer in anspruch zu
nehmen, nachdem es sich gezeigt hatte, dass die sprachform der
übersetzung, wie sich dieselbe namentlich in den reimen zeigte,
vielfach im schroffsten gegensatz zu derjenigen stand, die uns aus
Chaucer's echten werken bekannt war. Lindner hatte gezeigt,
dass der letzte teil, von v. 5814 (nach anderer zählung 5811)
an, wahrscheinlich von einem anderen verfâåsser herrühre als der
vorhergehende teil.
Dann übernahm es im jahre 1888 Kaluza eine
parallelausgabe von dem französischen texte und der übersetzung zu besorgen,
und seine vergleichung von zahlreichen frz. handschriften des
originals gestattete es ihm verschiedene schlüsse über die natur
und treue der übersetzung zu ziehen, die bisher, wo man nur
die gedruckten texte des Roman de la Rose benutzte, nicht wohl
möglich gewesen waren. Fine detaillirte untersuchung führte dann
zu einer zerlegung der übersetzung in drei fragmente, von denen
A (v. 1— 1705) und C (v. 5811—7692) nach K. von Chaucer
herrühren, während B (v. 1706—5810) später von einem anderen
hinzugedichtet ist. Seine beweisgründe sind erstens das
verhältiss zum französischen original: A und C übersetzen sehr genau
und folgen dem original gewöhnlich zeile für zeile, während das
dem verfasser von B nicht gelingt; «von je 100 versen in A und
C sind im durchschnitt je 3 von dem englischen übersetzer
hinzugedichtet worden, um dem reimbedürfnisse zu genügen; der
verfasser von B aber hat je 15 verse von 100 aus eigenem
hinzugefügt». In der direkten herübernahme französischer reimwörter
in A und C zeigen sich auch eigentümlichkeiten, die wir aus
Chaucer’s anderen bearbeitungen fremder dichterwerke kennen,
die sich aber in B nicht so finden. Sehr anschaulich und
beweiskräftig sind die p. 20—33 abgedruckten proben mit dem original
gegenübergestellt. Dieselbe person, die in B immer Bia/acoil
genannt wird, heisst in © Fayre- Welcomyng; bouton wird 1702
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