- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Tredie bind /
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(1874-1922)
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Anmeldelser. Nekyia. Beiträge zur Erklärung der neuentdeckten Petrusapokalypse von Albrecht Dieterich. Leipzig 1893, Teubner. VI -+ 238 Ss. Die dunkeln, aber wie alle Uebergangszeiten sehr interessanten und dazu besonders folgenschweren Jahrhunderte um den Anfang unserer Zeitrechnung herum haben früher die Philologie wenig beschäftigt; die Philologen mochten nicht von den Lichtgestalten des classichen Griechenthums zu jenen Dunkelmännern herabsteigen, auch scheuten sie sich wohl die streitbare und allmächtige Theologie in ihren Cirkeln zu stören. Aber je mehr es der Philologie Ernst wurde sich als historische Wissenschaft oder einfach als Geschichte zu behaupten, desto klarer stellte es sich als unmöglich heraus die Spectrumslinien der <«classischen» Zeit willkürlich abzuschneiden. Diese Auffassung der Aufgabe der Philologie hat nicht nur die von der Berliner Akademie ausgehende kritische Bearbeitung der späten Aristotelescommentatoren und das Wiederaufblühen der byzantinischen Studien veranlasst, sondern auch auf dem theologischen Gebiete die Neuherausgabe der Kirchenschriftsteller, der lateinischen durch die Wiener Akademie schon sehr vorgeschritten, die der griechischen von der Berliner Akademie eben erst in Angriff genommen, und die Bearbeitung der Heiligenlegenden durch Usener und seine Schüler. Dieselbe Richtung hat auch die Philologen darauf gebracht die Entwickelung des Christenthums und sein Verhältniss zu und Abhängigkeit- von den heidnisch-griechischen Voraussetzungen zu untersuchen. Auch hier geht Usener mit seinen «Religionsgeschichtlichen Untersuchungen » (I—II. Bonn 1889) voran. Und es ist gut, dass die Frage einmal von philologischer Seite betrachtet wird. Die Theologen, selbst solche, die historischen Sinn haben, werden immer geneigt sein diese Vorgänge als etwas besonderes, für sich stehendes zu betrachten, während der Philolog mehr auf das gemeinsame sehen wird; Analogien werden ihm aus seinem Studienkreis nicht fehlen. Die Gunst des Schicksals, welcher wir in den letzten Jahren so viele Bereicherungen unseres Materials verdanken, hat denn auch dies Gebiet reichlich bedacht. Erst! kommt auf einem Papyrusfetzen aus Faijum ein Evangelienbruchstück — allerdings nur 7 Zeilen — zum Vorschein, das einen ursprünglicheren Text hat als unsere Evangelien- (Usener Religionsgesch. Unters. 1 S. 94). 1 Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch die Auffindung der διδαχή der 12 Apostel, eines wichtigen, lange verloren geglaubten altchristlichen Schriftstücks (durch Bryennios 1888). 12*

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