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180 J. L. Heiberg: Anm. af
Dann findet man in einem Grab in Akmim in Oberägypten ein
bedeutendes Stück der «Petrusapokalypse», des «Petrusevangeliums»
und der «Henochapokalypse» auf einem Pergament aus dem
2. Jahrh. An die «Petrusapokalypse», eine sehr alte christliche ,
Schrift, die dem Clemens von Alexandria noch als kanonisch gilt
und auch im Kanon Muratori als solche aufgeführt wird, aber
mit der Bemerkung, dass sie von einigen für apokryph gehalten
werde (ebenso bei Eusebius; um 440 war sie noch in einigen
Kirchen Palästinas im Gebrauch), hat der Verfasser des oben
genannten Werks, ein Schüler Useners, jetzt Privatdocent in
Marburg, seine sehr gründlichen Untersuchungen über den Einfluss
griechischer Vorstellungen auf das werdende Christenthum
angeknüpft. Für die Entwickelung der griechischen Vorstellungen
vom Jenseits hatte er in Erwin Rohdes inhaltlich und formell
gleich vollendetem Buch «Psyche» (wovon er aber nur den ersten
Theil hat benutzen können) eine glänzende Vorarbeit, die er fleissig
benutzt, aber auch seinerseits ergänzt.
Als Einleitung wird der griechische Text der Apokalypse
mitgetheilt mit kritischem Apparat und deutscher Uebersetzung.
Daran wird der, wie mir scheint, durchaus gelungene Nachweis
geknüpft, dass wir nicht die eigentliche Petrusapokalypse vor uns
haben, sondern ein Fragment des Petrusevangeliums, woraus sich
später die selbständige Apokalypse entwickelt hat. Was aus dieser
citirt wird, steht meist nicht in unserem Text (ein Citat bei
Clemens Alexandr. stimmt recht gut, wenn auch nicht wörtlich) und
kann nach der Oekonomie der Schilderung kaum darin gestanden
haben, während der Geist offenbar eng verwandt ist. Den
Haupttheil nun der Vision Peters bildet eine detaillirte Schilderung des
Landes der Seligen, wo sie im Lichte wandeln mit Strahlenkranz
um die Locken und mit den Engeln unter duftenden Blumen und
Früchten Gott preisen, und der Hölle, wo die Sünder mit der
raffinirtesten Grausamkeit in verschiedener Weise gepeinigt
werden. Um festzustellen, woher die Farben dieser Bilder genommen
sind, führt der Veff. den «griechischen Volksglauben vom
Todtenreich» vor, der von den seit Homer geläufigen Hadesvorstellungen
sehr verschieđen ist (für die übrigens «Resignation» S. 46 nicht
das richtige Wort ist). Im II. Capitel: « Mysterienleħren über
Seligkeit und Unseligkeit» werden dann die eleusinischen Mysterien
und die delphischen Vorstellungen (zum Theil aus Polygnots
Gemälde erschlossen) kurz besprochen. Für den eleusinischen Glauben
wird, wie billig, die Unterweltsschilderung in Aristophanes’
Fröschen verwerthet. Wenn dabei «der Pfuhl von Schlamm und
ewigem Koth, in dem die Sünder liegen» als «im eleusinischen
Glauben unmöglich» bezeichnet wird, scheint mir das recht
zweifelhaft; ich sehe nicht ein, wie man diesem einen Zug bei
Aristophanes eine andere Beziehung geben kann; dass er orphisch ist,
steht fest; aber wesshalb kann orphische Binwirkung in Eleusis,
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