- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Femte bind /
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(1874-1922)
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Cauer, Grundfragen der Homerkritik. 71 rung die Kämpfe des trojanischen Krieges gekämpft worden sind, obgleich es ihm kaum gelingt überzeugend zu beweisen, dass der ursprünglichen Sagenversion gemäss Ilios nicht genommen worden ist. Gleichfalls kann man nicht immer wagen ihm zu folgen, wenn er sich der Schwierigkeiten zu entheben sucht, die sich dieser Annahme in den Weg stellen. Eine solche Schwierigkeit gewahrt der Verf. in der Benennung der Griechen, doch findet er dieselbe bedeutungslos. Denn die Ζ“αναοί haben in dem historischen Griechenland keinen Platz, die `Ayaoí haben in der Phthiotis ihren Ursprung und die ᾿Αργεῖοι wohnen ursprünglich im thessalischen Argos. Die Dichter haben diese Namen der besonderen Völkerschaften später auf das ganze griechische Volk übertragen. Agamemnon ist demnach ursprünglich ein Thessaler, ebenso Nestor und Neleus. Die Beziehungen Agamemnons und Menelaos’ zu Mykene und Lakedaimon sind sekundär. Aus diesem Allen geht es hervor, dass der dorischen Wanderung der historische Grund entzogen wird. Ferner glaubt der Verf., dass die homerische Kultur jünger als die mykenische sei, und dass wir in den homerischen Gesängen einen unwillkürlichen Niederschlag einer in sich zausammenhängenden, jahrhundertelangen Entwickelung haben, und wir können durch kulturhistorische Betrachtung ältere und jüngere Stücke der Dichtung bestimmen. Das Eisen, die Mitgift, das Verehren der Götter in Tempeln gehören zu den späteren Teilen. Ebenso können wir durch ungleiche religiöse und mythologische Vorstellungen das Alter der Partieen bestimmen. Die Teile, in welchen sich die Göttererscheinungen leicht aus dem Zusammenhange lösen lassen oder in denen sich die Götter den Menschen unsichtbar offenbaren, sind alten Datums. Hierdurch haben wir aber keine sieheren Kriterien gewonnen, denn Nichts ist so inconsequent als mythologische Vorstellungen, und formartige Wendungen, die althergebrachte Sitten abspiegeln, können nicht selten von jüngeren Dichtern wiedergegeben werden. Nichts hindert übrigens daran, dass ältere Ansichten von jüngeren Sängern aufgenommen werden. Der Verf. meint auch selbst (s. 195), dass die homerischen Gesänge entstanden sind, als sich ungleiche Kultur- und Religionsströmungen gegeneinander brachen. Der Verf. äussert auch seinen Zweifel über die von Lachmann eingeführte Metode, aus sachlichen Widersprüchen auf ungleiche Verfasser zu schliessen. Gern gestehen wir ein, dass viel Unfug und viel Übertreibung mit dieser Metode getrieben worden ist, aber sie scheint nichtsdestoweniger noch unbesiegt zu bestehen. Denn es finden sich doch offenbare Widersprüche, welche unmüöglich einem Dichter zugeschrieben werden können. Das Buch ist im Ganzen interessant und lehrreich und kann

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