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BERICHTE ÜBER DEN MATHEMATISCHEN UNTERRICHT. 46 &
auf eine systematische Durcharbeitung der Arithmetik
gelegt, mit Anwendungen auf verschiedene Arten von
Rechenaufgaben. Jedoch hat man während des letzten
Dezenniums etwas von der Theorie der Gleichungen (Gleichungen
ersten Grades hauptsächlich mit einer Unbekannten)
mitgenommen. Der geometrische Lehrgang hat bezweckt, die
Schülerinnen mit den elementaren Begriffen und Methoden
der Geometrie bekannt zu machen. Der Umfang des
Lehrgangs hat annähernd dem ersten und dritten Buch
des Euklid entsprochen, aber jetzt werden nicht Euklids
Elemente, sondern neuere Arbeiten benutzt.
Mit dem zweiten Jahre hat der fakultative Kursus der
Mathematik angefangen. Da einesteils die Teilnehmerinnen
an diesem Kursus gewöhnlich verhältnismässig wenig
zahlreich gewesen, andernteils die Studierenden des Seminars
in der Regel beträchtliche Reife und Rezeptivität zeigen,
hat man die Studien sehr schnell treiben können. Vor dem
Jahre 1907, wo noch der pflichtmässige Kursus etwas von
der der Mathematik in der zweiten Seminarabteilung
zugeteilten Zeit wegnahm, konnte man während der zwei
Jahre, über welche der fakultative Kursus sich erstreckte,
ein Arbeitsmass bewältigen, das wenigstens in der letzten
Zeit eher mehr als weniger ausmachte als das, was man
gewöhnlich auf der Lateinseite (»B-Linie») der Gymnasien
fertig brachte. Und jetzt, wo der fakultative Kursus über
vier Stunden in der Woche während jedes der beiden
letzten Seminarjahre verfügt, hat es sich als möglich erwiesen,
einen Lehrgang zu bewältigen, der sich völlig mit
demjenigen der Realgymnasien messen kann. Bezüglich des Planes
des Lehrgangs, Anordnen des Unterrichts und der
Lehrbücher hat sich die Arbeit in dem fakultativen
mathematischen Kursus am Seminar wenig von derjenigen an
unseren Gymnasien unterschieden. Der Anfang wurde mit
Übungen in den gewöhnlichen algebraischen Reduktionen
mit ’ ganzen und gebrochenen Zahlen gemacht. Während
des ersten Jahres des fakultativen Kursus hat mau
Quadratwurzeln und die Theorie der Gleichungen (hauptsächlich
Gleichungen und Systeme von Gleichungen ersten und zweiten
Grades, bewältigt. Zu gleicher Zeit hat man den
geometrischen Lehrgang mit Gleichförmigkeitslehre und Plani-
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