- Project Runeberg -  Pedagogisk tidskrift / Femtionionde årgången. 1923 /
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(1903-1940)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Häfte 8 - Helmuth Duve. Die freie Schulgemeinde als Erziehungsideal

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HELMUTH DUVE

Während jener Zeit der Hegemonie des Intellekts
entstand und wuchs das Bedürfnis, Sezessionsschulen zu gründen,
wo Körper und Geist in harmonischer Weise ausgebildet
werden und Verstand, Wille und Seele gleichzeitig zu ihrem
Recht kommen konnten. Man versuchte aus dem
Mechanismus der Zivilisation zum freien Menschentum und zur Natur
sich zurückzufinden. So gründete Lietz — angeregt durch
das Vorbild der Anstalt zu Abbotsholme in England— 1898
ein Landeserziehungsheim zu Ilsenburg im Harz, das Schüler
bis zur Quarta aufnahm. Für die nächste Stufe bis zur
Sekunda gründete er später eine ähnliche Anstalt in Haubinda
in Thüringen, für die Oberklassen bis zum Abiturium dann
eine dritte zu Bieberstein im Rhöngebirge. Es war ein liberal
humanitärer Gedanke, von dem Lietz ausging. Er wollte
»auf dem Lande in der schönen, freien Gottesnatur, einen
Schulstaat für die Kinder der Grossstadt schaffen, in dem sie
alle gleichberechtigte Bürger sein sollten. Das Internatsleben
bedeutete ja eine Loslösung von der Familie. Und der
staatsbürgerliche Erziehungsgedanke schuf das Prinzip sozialen
Handelns, das. im Unterricht praktisch zu entwickeln war.

Als etwas Neues kam das »manual training», der
amerikanischen Schule, für das Dewey in seinem Buche »School
and Society» eingetreten war, auch auf deutschen
Sezessionschulen zur Geltung und gewann durch Kerschensteiner in
München auch im öffentlichen Schulleben Bedeutung. Für
den letzteren handelte es sich darum, in streng methodischer
Unterrichtsgestaltung, von leichteren zu schwereren Aufgaben
fortschreitend, die Schüler (vom 8. Schuljahr ab) selbständig
arbeiten zu lassen. Solche manuelle Tätigkeit sollte als
Ergänzung der Kenntnisvermittlung sowie als Gegengewicht
für die allzu einseitig intellektuelle Ausbildung dienen. So
erschien es wichtig, die Schüler in Werkstätten für Holz- und
Eisenarbeiten, in chemischen und physikalischen Laboratorien,
die Mädchen in Küche und Hauswirtschaft selbständig zu
beschäftigen. Schulgarten, Wald, Feld und Wiese sollten den
botanischen Unterricht, Vogelhäuschen, Terrarien, Aquarien,

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