- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
326

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 7. Chylus, Lymphe, Transsudate und Exsudate - I. Chylus und Lymphe

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T
Patho-
logische
Lymphe.
Menge der
Lymphe.
Einfluss
der
Nahrung.
326 Siebentes Kapitel.
vou Hensen in einem Falle von Lymphfistel bei einem 10 jährigen Knaben
und von Lang^) in einem Falle von Lymphfistel am linken Oberschenkel eines
1 7 jährigen Mädchens untersucht worden. In der von Hensen untersuchten
Lymphe schwankte die Menge des Fettes in 19 Analysen zwischen 2,8 und
36,9 p. m.; die von Lang untersuchte Lymphe enthielt als Mittel 24,85
p. m. Fett.
Die Mengen der abgesonderten Lymphe können selbstverständlich unter
verschiedenen Verhältnissen bedeutend wechseln und wir haben kein Mittel sie I
zu messen. Die Mächtigkeit des Lymphstromes ist nämlich weder ein Mass für
die Ergiebigkeit der Zufuhr von Ernährungsmaterial zu den Organelementen
noch für die Abfuhr von Stoffwechselprodukten, und die Lymphröhren spielen
nach Heldenhain nur „die Rolle von Drainröhren, dazu bestimmt, überschüssige j
Flüssigkeit aus den Lymphspalten abzuführen, sobald der Druck in den letzteren j
eine gewisse Höhe überschreitet“. Die Menge der aus dem Ductus thoracicus
ausfliessenden, 24 stündigen Lymphmenge hat man indessen an Tieren zu be- ti
stimmen versucht. Diese Menge beträgt für einen 10 Kilo schweren Hund (I
nach Heldenhain als Mittel 640 ccm. ;j
Bestimmungen der Lymphmenge an Menschen liegen ebenfalls vor. Aus j
dem durchtrennten Ductus thoracicus eines 60 Kilo schweren Kranken konnte i
Noel-Paton^) als Mittel pro 1 Minute 1 ccm Lymphe gewinnen. Aus dieser |
Menge kann indessen die Menge pro 24 Stunden nicht berechnet werden. In |
dem Falle von Munk und Rosenstein wurden innerhalb 12—13 Stunden nach j
der Nahrungsaufnahme im ganzen 1134—1372 g Chylus aufgefangen. Auch (
im nüchternen Zustande oder nach 18stündigem Hungern fanden sich noch 50 I
bis 70 g pro Stunde, zuweilen 120 g und darüber, besonders in der ersten i
Stunde nach vorausgegangener kräftiger Bewegung.
Auf die Grösse der Lymphabsonderung üben mehrere Umstände einen i
merkbaren Einfluss aus. Während des Hungerns wird weniger Lymphe als
nach Aufnahme von Nahrung gebildet. Bei Versuchen an Hunden beobachtete
Nasse ^), dass bei Fütterung mit Fleisch etwa 36 p. c. mehr Lymphe als nach
Fütterung mit Kartoffeln und etwa 54 p. c. mehr als nach 24 stündigem Hungern
gebildet wurden. Hierher gehört auch die wichtige Beobachtung von Asher
und Barbera^), dass bei reiner Eiweissnahrung der Lymphstrom aus dem
Brustgange vermehrt ist, und ferner, dass die Steigerung der Lymphabscheidung
der Stickstoffausscheidung im Harne, d. h. also auch der Resorption des Ei-
weisses aus dem Magen-Darmkanale, parallel geht.
Vermehrung der gesamten Blutmenge, wie z. B. durch Transfusion von ’
Blut, besonders aber verhinderter Abfluss des Blutes durch Unterbindung der
Hensen, Pflügers Arch. 10; Lang, vergl. Malys Jahresb. 4.
*) Journ. of Physiol. 11.
3) Zit. nach Hoppe-Seyler, Physiol. Chein. S. 593.
Die Arbeiten von Asher und Mitarbeitern, Barbera, Gies und Boscil über le
Lymphbildung findet man in Zeitscbr. f. Biol. 36, 37, 40.
1

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