- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
363

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Die Leber - Das Glykogen und die Glykogenbildung

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Leber und Glykogen. 363
war beim Hunde = 1 : 3,21 und beim Ochsen = 1 : 3,13, also etwa dieselbe wie im Fleische
(vergl. Kap. 11).
Die quantitative Zusammensetzung der Leber kann je nach der Art und
Menge der zugeführten Nahrung bedeutende Schwankungen zeigen. Nament-
lich kann der Gehalt an Kohlehydrat (Glykogen) und Fett bedeutend wechseln,
was damit zusammenhängt, dass die Leber ein Aufspeicherungsorgan für diese
Stoffe, namentlich für das Glykogen ist.
Auf Grund besonderer Versuche hat nun Seitz^) behauptet, dass die
Leber als Vorratskammer auch für das Eiweiss anzusehen ist. In Versuchen
an Hühnern und Enten, die vorher einige Zeit gehungert hatten, fand er näm-
lich, dass bei Mästung mit Fleisch die Leber reichlich Eiweiss aufnimmt und
hierdurch ihr Gewicht, im Verhältnis zu dem Gewichte am Ende der Hunger-
periode, verdoppeln oder vervielfältigen kann. Da es für die Vorrats- oder Re-
servestoffe charakteristisch ist, dass ihre Menge in den Aufspeicherungsorganen Eiweiss.
hei Mästung mit solchen Stoffen prozentisch stark zunimmt, ist es bemerkens-
wert, dass der Prozentsatz der Leber an Eiweiss in den Mästungsversuchen von
Seitz nicht zu, sondern eher ein wenig abgenommen hat. Es handelt sich also
in ihnen nicht um einen erhöhten Prozengehalt an Eiweiss sondern um eine
Gewichtszunahme der ganzen Zellenmasse des Organes, wohl infolge der durch
die Eiweissmästung stark gesteigerten Arbeit der Leber. Es ist deshalb auch
schwer zu beurteilen, inwieweit es in diesen Versuchen um eine Vermehrung der
Grösse der Leberzellen, oder um eine einfache Ablagerung von Reserve-
eiweiss in demselben Sinne wie von Glykogen oder überschüssigem Fett sich
gehandelt hat.
Dass die Leber ein besonders wichtiges Aufspeicherungsorgan für das
Glykogen ist, steht jedenfalls fest.
Das Glykogen und die Glykogenbildung.
Das Glykogen ist ein zuerst von Bernard entdecktes, den Stärkearten
oder Dextrinen nahe verwandtes Kohlehydrat von der allgemeinen Formel
nilCgH^gOg). Sein Molekulargewicht ist nicht bekannt, scheint aber ungemein
gross zu sein (Gatin-Gruzewska und v. Knafel-Lenz) ^). Bei erwachsenen
Tieren kommt das Glykogen in grösster Menge in der Leber, in kleinerer Menge
in den Muskeln vor (Bernard, Nasse). Es findet sich übrigens in den aller- Vorkommen
meisten Geweben des Tierkörpers, wenn auch nur in geringen Mengen. Sein Glykogens.
Vorkommen in lymphoiden Zellen, Blut und Eiter ist schon in den vorigen
Kapiteln besprochen worden und es scheint ein regelmässiger Bestandteil aller
entwickelungsfähigen tierischen Zellen zu sein. In den embryonalen Geweben
ist es, wie Bernard und Kühne zuerst gezeigt haben, reichlich verbanden und
^) Pflügers Arch. 111,
^) Gatin - Gruzewska, Pllügers Arch. 103; v. Knaffl-Lenz, Zeitschr. f. physiol.
Cliem. 46.

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