- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
375

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Die Leber - Das Glykogen und die Glykogenbildung

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Verschiedene Glykosurien. 375
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Blut und überlebenden Nieren sprechen ebenfalls dafür, dass das Pblorhizin auf
die Nieren wirkt. Während v. Mering eine durch das Phlorhizin erhöhte
Durchlässigkeit der Nieren für den Zucker annimmt, ist Pavy dagegen der An-
sicht, dass die Nieren unter dem Einflüsse des Phlorhizins aus einer im Blute
kreisenden Substanz, in erster Linie vielleicht aus einem Proteid mit locker ge-
bundener Ivohlehydratgruppe, Zucker abspalten.
Eine andere Form von Glykosurie, welche mit einer vermehrten Permeabilität
der Nieren im Zusammenhang zu stehen scheint, ist die zuerst von Bock und
Hoffmann nach intravaskulärer Einführung von grossen Mengen 1-prozentiger
Kochsalzlösung beobachtete Glykosurie, welche auch in der Hinsicht von grossem
Interesse ist, dass sie wie Martin Fischer als erster zeigte, durch Injektion
von CaClg-haltiger Kochsalzlösung wieder aufgehoben werden kann. Nach den
Untersuchungen von Underhill und Closson^) an Kaninchen kann die Salz-
injektion in die Carotis allerdings infolge Störungen der [Respiration eine Hyper-
glykämie herbeiführen; die Injektion der Salzlösung in die Ohrvene bewirkt
dagegen Glykosurie mit Polyurie und einer Hypoglykämie, und für die in dieser
Weise erzeugte Salzglykosurie nehmen sie eine vermehrte Permeabilität der
Nieren an. t
Sieht man von diesen zwei Arten von Glykosurie — dem Phlorhizin diabetes
und der Salzglykosurie — und auch von der durch Uransalze erzeugten Gly-
kosurie ab, so rühren wohl sonst, soweit bekannt, die übrigen Formen von
Glykosurie oder Diabetes von einer Hyperglykämie her.
Eine Hyperglykämie kann aber ihrerseits auf verschiedene Weise zustande
kommen. Sie kann also z. B. daher rühren, dass dem Körper von aussen mehr
Zucker zugeführt wird, als er zu bewältigen vermag.
Die Fähigkeit des Tierkörpers, die verschiedenen Zuckerarten zu assimi-
lieren, ist selbstverständlich keine unbegrenzte. Wenn man auf einmal eine so
grosse Menge Zucker in den Darmkanal einführt, dass man die sogen. Assimi-
lationsgrenze (vergl. Kap. 9 über die Resorption) überschreitet, so geht der im
Überschuss resorbierte Zucker in den Harn über. Man bezeichnet diese Form
von Glykosurie als alimentäre’“^) und sie rührt daher, dass auf einmal mehr
Zucker in das Blut hineinlangt, als die Leber und die anderen Organe be-
wältigen können.
Wie die Leber bei dieser gewissermassen physiologischen, alimentären
Glukosurie all den ihr zugeführten Zucker nicht in Glykogen umzuwandeln
vermag, so kann auch unter pathologischen Verhältnissen sogar bei einer mässigen.
C. Bock u. F. A. Hoffmann, Arch. f. (Anat. u.) Physiol. 1871; M. Fischer,
University of California publications Physiol. 1903 u. 1904 u. Pflügers Arch. 106 u. 109;
L P. Underhill u. O. Closson, Amer. Journ. of Physiol. 15 u. Journ. of biol. Chem. 4.
“) Über die alimentäre Glykosuiie vergl. man MORITZ, Arch. f. klin. Med. 46, wo auch
frühere Literatur sich findet. B. Rosenberg, Über das Vorkommen der alimentären
lykosurie etc., Inaug. - Dissert. Berlin 1897. van Oondt, Münch, med. Wochenschr. 1898;
V. Noorden, Die Zuckerkrankheit. 3. Aufl. 1901.
Salzglykos-
urie.
Alimentäre
Glykosurie.

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