- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
376

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Die Leber - Das Glykogen und die Glykogenbildung

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376 Achtes Kapitel.
Alimentäre
Glykosurie.
Ver-
schiedene
Glykos-
urien.
Zueker-
bildung.
von einem Gesunden leicht zu bewältigenden Kohlehydratzufuhr (von z. B
1 00 g Glukose), eine Glykosurie dadurch zustande kommen, dass die Assimilations-
grenze herabgesetzt ist. Dies ist unter anderem der Fall bei verschiedenen
Zerebralaffektionen und gewissen chronischen Vergiftungen. Zu dieser Form von
Glyko.surien würde auch nach einigen Forschern die leichtere Form von Diabetes,
in welcher der Zucker nach möglichster Ausschaltung der Kohlehydrate aus dem
Harne verschwindet, zu rechnen sein.
Eine Hyperglykämie, welche zu einer Glykosurie führt, kann auch da-
durch zustande kommen, dass innerhalb des Tierkörpers eine übermässige oder
plötzlich gesteigerte Zuckerbildung aus Glykogen oder anderen Stoffen stattfindet.
Zu dieser Gruppe von Glykosurien gehört, wie es scheint, die Adrenalin-
glykosurie, bei welcher man eine gesteigerte Mobilisierung der Kohlehydrate
(des Glykogens) annimmt. Hierher rechnet man auch die Glykosurie nach dem
sog. BERNARDschen Zuckerstiche und anderen Verletzungen des Nervensystemes
und ferner die Glykosurien nach Vergiftungen mit Kohlenoxyd, Äther,
Chloroform, Curare, Strychnin, Morphin, Piperidin u. a. In welcher Weise diese
Glykosurien zustande kommen, ist allerdings noch nicht aufgeklärt und die Ver-
hältnisse werden dadurch kompliziert, dass wenigstens in vielen Fällen das Auf-
treten der Glykosurie mit einer ungenügenden Sauerstoffzufuhr zusammenhängt.
Es haben auch Underhill für die Piperidin- und Penzoldt und Feeischer
und Sauer ^) für die Curareglykosurie gezeigt, dass man die Glykosurie (bei
Vergiftung mit Piperidin auch die Hyperglykämie) durch Sauerstoffzufuhr ver-
hindern kann. Macleod^) hat ferner gezeigt, dass Reizung des zentralen
Stumpfes des durchschnittenen Vagus oder Reizung des Rückenmarkes nur bei
gleichzeitiger Dyspnoe Glykosurie und Hyperglykämie erzeugt ;
bei hinreichender
Sauerstoffzufuhr bleibt die Glykosurie aus. Dies widerspricht natürlich nicht
der gewöhnlichen Annahme, dass bei dieser Gruppe von Glykosurien eine ge-
steigerte Zuckerbildung aus Glykogen vorkommt. Die von Bang, Ljungdahl
und Bohm*^) ausgeführten Untersuchungen, in welchen die Grösse der enzy-
matischen Glykogenumsetzung in der Leber bestimmt wurde, sprechen auch ent-
schieden dafür, dass sowohl bei dem Zuckerstiche wie bei der Asphyxie, der
Strychnin- und Morphinvergiftung ein gesteigerter Glykogenumsatz stattfindet.
Das Material der Zuckerbildung ist wohl also in vielen Fällen das Gly-
kogen. Dass dies z. B. nach dem Zuckerstiche der Fall ist, geht daraus her-
vor, dass der genannte Eingriff keine Glykosurie hervorruft, wenn die Leber
vorher in irgend einer Weise glykogenfrei gemacht worden ist. In anderen
Fällen, wie bei der Vergiftung mit Kohlenoxyd, ist der Ursprung des Zuckers
1) F. P. Underhill, Journ. of biol. Chem. 1; F. Penzoldt u. R. Fleischer,
ViKCHOWs Arch. 87; K. Sauer, Pflügers Arch. 49, S. 425, 426.
2) J. J. R. Maoleod, Amer. Journ. of Physiol. 19, mit C. E. Briggs, Cleveland ined.
Journ. 1907.
Hofmeisters Beitrüge 9 u. 10.

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