- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
425

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 9. Die Verdauung - I. Die Speicheldrüsen und der Speichel

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Speichelabsonderung und Speichel. 425
ruft. Dies soll aber im Interesse der Verdauung sein, indem nämlich die mit
schleimigem Speichel gemischte Milch im Magen nicht zu einer kompakten
Masse gerinnt, sondern in feiner verteiltem, leichter verdaulichem Zustande sich
ausscheidet. Bei Einwirkung von stark reizenden chemischen Stoffen wird der
Speichel in Mengen, welche der Stärke des Reizes entsprechen, abgesondert.
Nach PoPiELSKi^) gilt dies jedoch nur für Reize mittlerer Stärke, indem nach
stärkeren Reizen, wie z. B. mit Capsicinlösung, die Menge des Speichels mit
zunehmender Menge des Reizmittels abnimmt. Die reizende Substanz wird
durch den Speichel verdünnt und die Mundhöhle wird nach Pawlow gleichsam
ausgewaschen. Eingabe von Säuren ruft nach Pawlow die Absonderung eines
dünnen, muzinarmen Speichels in solcher Menge vor, die zur Neutralisation der
Säure erforderlich ist. Diese Annahme stimmt jedoch nicht mit den Beobach-
tungen von PoPiELSKi, welcher ausserdem fand, dass isomolekulare Säurelösungen
die Absonderung gleicher Speichelmengen hervorrufen und dass bei Anwendung
von isoprozentigen Säuren die Speichelmenge in umgekehrtem Verhältnisse zu
dem Molekulargewichte der Säure steht. Popielski bestreitet auch die von
Pawlow behauptete Anpassung der Speichelabsonderung (beim Hunde) an die
Art des Reizmittels und die Art der Nahrung. Für den Menschen hat man
auch eine Anpassung der Speichelsekretion an das Bedürfnis angenommen, die
Angaben hierüber sind jedoch nicht einstimmig^).
Der gemischte Muiidspeichel ist beim Menschen eine farblose, schwach
opalisierende, ein wenig fadenziehende, leicht schäumende Flüssigkeit ohne be-
sonderen Geruch oder Geschmack. Er ist von Epithelzellen, Schleim- und
Speichelkörperchen, oft auch von Residuen der Nahrung getrübt. Wie der Sub-
maxillaris- und der Parotisspeichel überzieht er sich an der Luft mit einer
aus Kalziumkarbonat mit ein wenig organischer Substanz bestehenden Haut oder
wird allmählich etwas trübe. Die Reaktion ist regelmässig alkalisch auf Lack-
mus. Die Stärke der Alkaleszenz schwankt indessen so bedeutend, nicht nur
bei verschiedenen Individuen, sondern auch bei demselben Individuum zu ver-
schiedenen Tageszeiten, dass die Angaben über die mittlere Alkaleszenz wenig
belehrend sind. Nach Chittenden und Ely entspricht sie einer Lösung von
0,8 p. m. NagCOg, nach Cohy einer von 0,2 p. m. Nach Foa ist die wirk-
liche Alkalinität (OH-Ionen-Konzentration) stets bedeutend geringer als die titri-
raetrisch gefundene, und die elektrometrisch bestimmte Reaktion ist sehr an-
nähernd neutral. Die Reaktion kann auch sauer sein, was nach Sticker einige
Zeit nach den Mahlzeiten der Fall sein soll, eine Angabe, die jedoch wenigstens
nicht für alle Individuen zutrifft. Das spez. Gewicht schwankt zwischen 1,002
1,008 und die Menge der festen Stoffe zwischen 5 —10 p. m. Nach Cohn^)
’) Pflügees Arch. 127.
Vergl. Zebkowski, Pflügers Arch. 110; C. H. Neilson mit D. H. Lewis, Journ,
of biol. Chem. 4, mit M. H. Scheele ebenda 5.
Chittenden u. Ely, Ber. d. d. chem. Gesellsch. 16, ref. S. 974; Chittenden u.
Richards, Amer. Journ. of Physiol. 1, 1898; Foa, Compt. rcnd. soe. biol. 58; Sticker,
Zit. nach Zentralbl. f. Physiol. 3, S. 237; CoiiN, Deutsche mcd. Wochenschr. 1900.
Anpassung
der Spei-
chelabson-
derung.
Gemischter
Mund-
speichel.

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