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436

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 9. Die Verdauung - II. Die Drüsen der Magenschleimhaut und der Magensaft

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436
Abson-
derung beim
Menschen.
Magensatt.
Neuntes Kapitel.
deren Länge in einzelnen Fällen etwas verschieden gewesen ist, in einigen Fällen
aber wie beim Hunde nach Fleischfütterung etwa 5 Minuten betrug. Kauen
von indifferenten Stoffen ist ohne eigentliche Einwirkung, wogegen auf die Ge-
ruchs- oder Geschmacksorgane ein wirkende Stoffe erregend wirken. Umber
hat ausserdem beobachtet, dass nach Einführung eines Nahrungsklysmas in das
Rektum eine Sekretion von Magensaft reflektorisch angeregt werden kann.
Sowohl aus den Beobachtungen von Hoenborg und Umber wie auch aus
den etwas älteren von Schüle, Troller, Riegel und Scheuer^) scheint es,
als würde beim Menschen die psychische Sekretion hinter der durch Einführung
von Nahrung oder wohlschmeckenden Stoffen zustande kommenden stehen. Dass
die Verarbeitung der Nahrung in der Mundhöhle die Sekretion wesentlich be-
einflusst, steht fest; wie aber diese Einwirkung zustande kommt, darüber ist man
nicht einig. Als das Wesentlichste betrachten einige die Wirkung des hierbei
abgesonderten und verschluckten Speichels, andere das Kauen und wiederum
andere die chemische Einwirkung und die Erregung der Geschmacksorgane.
Bezüglich der Einwirkung des Speichels fand Hemmeter, dass nach
Exstirpation der Speicheldrüsen Einführung in den Magen von gekautem, mit
Hundespeichel durchgetränktem Futter keine besondere Wirkung auf die Saft-
absonderung hatte. Auf der anderen Seite hat Frouin^) beobachtet, dass
beim Hunde Einführung von Speichel in den grossen Magen auf die Abson-
derung in dem kleinen Magen (vergl. S. 433) günstig wirkt und sowohl die
Azidität wie die Verdauungsfähigkeit des Saftes vermehrt. Diese Wirkung rührt
nach Frouin nicht von dem Alkali des Speichels her.
Die qualitative und quantitative Zusammensetzung des Magensaftes.
Der Magensaft, welcher beim Menschen nur sehr selten rein und frei von Residuen
der Nahi’ung oder von Schleim und Speichel gewonnen werden kann, ist eine
klare oder nur sehr wenig trübe, beim Menschen fast farblose Flüssigkeit von
einem faden, säuerlichen Geschmack und stark saurer Reaktion. Als Form-
elemente enthält er Drüsen zellen oder deren Kerne, Sc hleim körp er chen
und mehr oder weniger veränderte Zylinderepithelzellen.
Die saure Reaktion des Magensaftes rührt von freier Säure her, welche,
wie die Untersuchungen von C. Schmidt, Richet u. a. gelehrt haben, wenn
der Magensaft rein und frei von Nahrungsmitteln ist, ausschliesslich oder fast
ausschliesslich aus Salzsäure besteht. In dem reinen Magensafte von nüchternen
Hunden hat indessen Contejeam^) regelmässig Spuren von Milchsäure gefunden.
Nach der Aufnahme von Nahrung, besonders nach einer kohlehydrati eichen
Mahlzeit, kann Milchsäure in reichlicherer Menge, bisweilen auch Essigsäure und
Buttersäure, verkommen. Bei neugeborenen Hunden ist die Säure im IMagen
1) Die Literatur findet man bei Umber 1. c.
q Compt. rend. soc. biol. 62.
q Biduer u. Schmidt, Die Verdauungssäfte etc., S. 44 u. f. ;
Richet 1. c. ;
Contdeam,
Contributious ä Tötude de la physiol. de Testomac, Theses Paris 1892 (F. Alcan).
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