- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
445

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 9. Die Verdauung - II. Die Drüsen der Magenschleimhaut und der Magensaft

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PepsinVerdauung. Chymosin. 445
säure, reduzierende Substanz. Mukoide aus Sehnen, Knorpel und Knochen
lösen sich nach Posner und Gies^) in Pepsinchlorwasserstoffsäure mit Hinter-
lassung eines Rückstandes, welcher etwa 10 p. c. des Ausgangsmaterials beträgt
und, wie es scheint, hauptsächlich wenn nicht ganz aus Verbindungen von Ei-
weisskörpern mit Glukothionsäuren (Kap. 7 u. 8) bestehen soll. Die Lösung enthält
primäre und sekundäre Mukoproteosen und Mukopeptone. Die ersteren sollen
Glukothionsäure enthalten, die letzteren nicht. Elast in wird langsam gelöst
und liefert dabei die oben (S. 115) genannten Substanzen. Die Kera tin-
gebilde sind unlöslich. Das Nuklein ist schwer löslich und die Zellkerne
bleiben deshalb auch zum grössten Teil im Magensafte ungelöst. Die tierische
Zellmembran wird in dem Masse, wie sie dem Elastin näher steht, leichter, ,
und in dem Masse, wie sie dem Keratin näher verwandt ist, schwieriger ge-
®^andere^^
löst. Die Membran der Pflanzen zellen wird dagegen nicht gelöst. Stoffe.
Das Oxyhämoglobin wird in Hämatin und Eiweiss zerlegt, welch’ letzteres
dann weiter verdaut wird. Das Blut wird infolge hiervon in dem Magen in
eine schwarzbraune Masse umgewandelt. Auf Fett wirkt die Pepsin Salzsäure
nicht, dagegen wirkt sie auf das Fettgewebe, indem sie die Zellmembranen
auflöst, so dass das Fett frei wird. Der Magensaft ist ohne Wirkung auf die
Stärke und die einfachen Zuckerarten. Über die Fähigkeit des Magensaftes,
den Rohrzucker zu invertieren, lauten die Angaben etwas verschieden ;
meistens
wird jedoch das Vorkommen eines besonderen Invertins geleugnet, und die in-
vertierende Wirkung dürfte bei hinreichendem Säuregrade schon durch die Säure
allein zustande kommen können.
Das Pepsin allein ist, wie oben gesagt, ohne Wirkung auf Eiweiss, und ebenso kann
eine Säure von dem Säuregrade des Mageusaftes bei Körpertemperatur nicht oder nur äusserst
langsam das geronnene Eiweiss lösen. Pepsin uud Säure wirken dagegen zusammen nicht nur
rasch, sondern auch, wenigstens auf gelöstes Eiweiss im Anfänge der Verdauung, qualitativ
etwas verschieden.^ Dies hat zu der Annahme einer Pepsinchlorwasserstoffsäure chlor-
gefüln-t, dereu Existenz ebenso hypothetisch wie ihre Wirkungsweise unbekannt ist. Da die
Pepsin Verdauung, wie es scheint, zuletzt zu denselben Produkten wie die hydrolytische Spal-
tung mit Säuren führt, kann man bezüglich der Wirkungsweise des Pepsins gegenwärtig nur
sagen, dass dieses Enzym wie andere Katalysatoren einen auch ohne den Katalysator ver-
laufenden Prozess sehr stark beschleunigt.
Chymosin und Parachym’osin (Labenzyme). Ausser dem seit alters her
Lab genannten Chymosin des Kalbsmagens soll es nach Bang-^) auch ein an-
deres Chymosin, das Parachymosin, geben, welches das Labenzym des Schweine- Labenzyme,
und Menschenmagens ist. Das letztere findet sich in dem Magensafte des
Menschen unter physiologischen Verhältnissen, kann aber unter besonderen patho-
logischen Zuständen darin fehlen (Schumburg, Boas, Johnson, Klemperer)-*).
^ Amcr. Journ. of Physiol. 11.
’) Deutsch, med. Wochcnschr. 1899 und Pflügers Arch. 79.
Lov
^ ®‘-’UUMBüRG, Vikchows Arch. 97. Vergl. ferner hinsichtlich der Literatur: SzYD-
Ki ’d^l
’ Kenntnis des Labenzym nach Beobachtungen an Silugliugen. Jahrb. f.
LU
Lükciier, Pflügers Arch. 69, wo man auch die einschlägige"
vorzügliche Zusammenstellung der Literatur über das Labenzym und
n ’uug findet man bei E. FULü, Ergehn, der Physiol. 1, Abt. 1, S. 468.

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