Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 9. Die Verdauung - II. Die Drüsen der Magenschleimhaut und der Magensaft
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444 Neuntes Kapitel
züglich der Einwirkung derselben Stoffe auf die natürliche Verdauung, bei welcher
• auch die Einwirkung auf die Absonderung und die Aufsaugung sich geltend
macht, gestatten, so dürfte es überflüssig sein, auf diesen Gegenstand hier etwas
näher einzugehen.
Die Produkte der Eiweiss Verdauung mittelst Pepsin und Säure.
Bei der Verdauung von Nukleoproteiden oder Nukleoalbuminen bleibt regelmässig
ein ungelöster Rest von Nuklein, bezw. Pseudonuklein zurück, wenn auch unter
Umständen eine vollständige Lösung stattfinden kann. Der Faserstoff gibt
ebenfalls einen ungelösten Rest, welcher wenigstens zum wesentlichen Teil aus
Nuklein besteht, welches von in den Blutgerinnseln eingeschlossenen Form-
elementen berrührt. Dieser, bei der Verdauung gewisser Eiweissstoffe zurück-
bleibende Rest ist von Meissner Dyspepton genannt worden. Dieser Name
ist indessen, da der fragliche Rest nicht aus den Peptonen verwandten Stoffen
besteht, nicht nur überflüssig, sondern sogar irreleitend. Bei der Verdauung
der Eiweisskörper können auch den Azidalbuminaten ähnliche. Substanzen,
Parapepton (Meissner) ^), Antialbumat und Antialbumid (Kühne) ent-
stehen. Nach Abscheidung dieser Stoffe enthält die im Sieden neutralisierte,
dauTOgs-
lißiss filtrierte Flüssigkeit als Hauptbestandteile Albumosen und Peptone in
Produkte, älterem Sinne, wogegen das sogenannte echte Pepton Kühnes und andere Spaltungs-
produkte erst bei mehr anhaltender und intensiver Verdauung erhalten werden.
Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Albumosen wechselt sehr in
verschiedenen Fällen und bei der Verdauung verschiedener Eiweissstoffe. So er-
hält man z. B. eine grössere Menge von primären Albumosen aus dem Fibrin
als aus hartgesottenem Hübnereiweiss oder aus dem Eiweiss des Fleisches, und
überhaupt liefern nach den Untersuchungen von Klug^) verschiedene Eiweiss-
stoffe bei der Pepsinverdauung ungleiche Mengen der verschiedenen Verdauungs-
produkte. Bei der Verdauung von ungekochtem Fibrin kann als Zwischenprodukt
in einem früherem Stadium ein bei -)- 55° C koagulierendes Globulin erhalten
werden (Hasebroek) °). Bezüglich der verschiedenen Albumosen und Peptone,
welche bei der Pepsinverdauung entstehen sollen, wird auf das oben (S. 126
bis 135) Gesagte hingewiesen.
Wirkung der Pepsinchlor wasserstoffsäure auf andere Stoffe.
Die leimgebende Substanz des Bindegewebes, des Knorpels und der Knochen,
aus welch’ letzteren die Säure allein nur die anorganischen Substanzen herauslöst,
w’ird von dem Magensafte verdaut und in Leim übergeführt. Dieser letztere
wird dann weiter umgewandelt, so dass er die Fähigkeit zu gelatinieren einbüsst
Wirkung •
und in Gelatosen und Peptone (S. 118) umgesetzt wird. Echtes Muzin (aus
Stoffe, der Submaxillardrüse) wird vom Magensafte gelöst und es liefert dabei teils
peptonähnliche Substanzen und teils, wie nach dem Sieden mit einer IMineral-
Die Arbeiten von Meissnee über die Pepsinverdauung findet man in Zeilschr. f.
rat. Med. 7, 8, 10, 12 u. 14.
2) PifLÜGEEs Arch. 05.
Zeitschr. f. physiol. Cheiu. 11.
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