Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 11. Die Muskeln - Extraktivstoffe des Muskels
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Ruhe und Arbeit. 563
während sonst bei der Arbeit hauptsächlich der nicht in Nukleonen vorhandene,
organisch gebundene Phosphor vermindert und die Menge der Phosphate ver-
mehrt werden soll. Dieses letztere stimmt mit einer älteren Beobachtung von
Weyl und Zeitler^), derzufolge der arbeitende Muskel eine grössere Menge
Phosphorsäure als der ruhende enthält. Wie in dem toten rührt in dem ar-
beitenden Muskel die etwas stärker saure Eeaktion wahrscheinlich zum Teil von
einem grösseren Gehalte an Monophosphat her.
Der Gehalt ausgeschnittener Muskeln an Eiweiss soll nach den Angaben
älterer Forscher infolge der Arbeit abnehmen. Die Richtigkeit dieser Angabe
wird jedoch von anderen bestritten. Ebenso sind die älteren Angaben über die
Menge der stickstoffhaltigen Extraktivstoffe im Muskel in der Ruhe und bei
der Arbeit unsicher. Nach den Untersuchungen von Monari^) soll die Ge-
samtmenge des Kreatins und Kreatinins bei der Arbeit sich vermehren und
zwar bei einem Übermasse von Muskelarbeit besonders die Kreatininmenge.
Das Kreatinin entsteht dabei im wesentlichen aus dem Kreatin. Bei über-
mässiger Arbeit findet sich nach Monari im Muskel auch Xanthokreatinin,
dessen Menge ein Zehntel von der Menge des Kreatinins betragen kann. Für
eine vermehrte Kreatin-, bezw. Kreatininbildung während der Arbeit sprechen
auch neuere Versuche von Graham Brown und Cathcart^) an ausgeschnittenen
Nerven-Muskelpräparaten vom Frosche und die Untersuchungen von S. Weber
am Herzen. Der letztere fand, dass das arbeitende Herz Kreatin (-Kreatinin)
an die RiNOERsche Salzlösung abgab, und zwar in grösserer Menge bei stärkerer
als bei schwächerer Arbeit. Die Purinbasen werden nach Burian^) durch ge-
steigerte Neubildung von solchen während der Arbeit vermehrt (vergl. oben
S. 544). Dass der arbeitende Muskel eine geringere Menge wasserlösliche und
eine grössere Menge in Alkohol lösliche Stoffe als der ruhende enthält, scheint
sicher dargetan zu sein (Helmholtz) ^).
Die Frage nach dem Verhalten der stickstoffhaltigen Bestandteile des
Muskels in Ruhe und während der Arbeit hat man auch durch Bestimmungen
der Gesamtstickstoffausscheidung in diesen verschiedenen Körperzuständen zu
entscheiden versucht. Während man früher, in Übereinstimmung mit der An-
sicht Liebigs, es als feststehend betrachtete, dass die Stickstoffausscheidung durch
den Harn infolge der Arbeit sich vermehre, haben spätere Untersuchungen, be-
sonders von VoiT an Hunden und von Pettenkofer und Voit an Menschen,
zu einem ganz anderen Resultate geführt. Sie haben nämlich gezeigt, was auch
Verhalten
deß
Phosphors.
Verhalten
des Ei-
weisses und
der stick-
stoff-
haltigen
Extraktiv-
stoffe.
Stickstoff-
ausschei-
dung vräh-
rend oder
nach der
Arbeit.
SiEGFEiED, Zeitschr. f. physiol. Chem. 21; Macleod, ebenda 28; Weyl u. Zeitler,
ebenda 6, S. 557.
*) Malys Jahresb. 19, S. 296.
E’. P. Cathcaet u, T. Graham Brown, Journ. of Physiol. 37; S. Weber, Arch.
f- exp. Path. u. Pharm. 58.
*) Zeitschr. f. physiol. Chem. 43.
®) Arch. f. (Anat. u.) Physiol. 1845.
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