Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - VI. Deutero-Jesaja. Der leidende Gottesknecht - 5
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— 204 —
zum Heizen: er nimmt davon und wärmt sich, er
zündet es an und bäckt Brot. Doch zugleich macht er
einen Gott daraus und wirft sich vor ihm nieder, er
schnitzt eine Gottesgestalt und bückt sich vor ihr. Die
Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt, brät seinen
Braten und sättigt sich, wärmt sich auch und spricht:
Nun bin ich warm, nun sehe ich loderndes Feuer!
Doch den Rest macht er zu einem Abgott, zu einer
Schnitzpuppe, er bückt sich vor ihr, wirft sich nieder,
betet zu ihr und spricht: Rette mich, denn du bist mein
Gott!
... Denke daran, Jakob, und du, Israel, denn du bist
mein Knecht!“
Die Worte des Propheten prasseln nieder auf die Zu-
hörer gleich scharfen Pfeilen; mehr als einer fühlte
sich mitten ins Herz getroffen. Der Schleier ist zerrissen,
und ein erschreckendes Nichts glotzt aus dem leeren
Raume. All die Herrlichkeit rund herum, alles was gleißte
und lockte und die Sinne verwirrte, fiel in dieser Stunde
der Prüfung in sich zusammen. Ihr Dasein war Schein
und Lüge gewesen, ihr Streben ein Jagen nach Schatten,
der glanzvolle Götzendienst ein Spiel für Kinder. All-
mächtige Götter lagen wie elende Fetzen im Staube,
und in die Irre gegangene Menschen rieben sich schlaf-
trunken den Rausch aus den Augen.
Der Prophet lauschte staunend auf diese erschütternde
Beichte ohne Worte, die ihm aus allen Herzen entgegen-
strömte. Eine ganze Generation machte plötzlich halt
am Scheidewege, blickte um sich und wandte sich
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