- Project Runeberg -  Samlaren / Trettionionde årgången. 1918 /
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(1880-1935)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Atterboms bref till Schelling. Meddelade af Ruben G:son Berg.

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Atterboms bref till Schelling 85

mir der Gedankengang nicht allemal hell, scharf und bündig genug
ausge-sprochen zu seyn; indessen, wer nicht in diesen Geheimnissen ganz
unein-geweiht ist, sieht leicht seine Ansicht durch die etwas vernachlässigte
Um-hüllung hervorschimmern. Das Ganze hat mich sehr angesprochen, und die
spezielleren Abtheilungen enthalten so viel Treffliches und eigenthümlich
Schönes, dass ich herzlich mich sehne nach einem ordentlichern Studium
dieser Schrift, die aber freilich erst jenseits den Gränzen Österreichs
or-dentlich zu haben und geniessen ist. — Unendlich viel hatte der
Schwe-dische Pilger Ihnen jezt zu erzählen von seinem Italienischen Leben, seinem
reizenden zweimonathlichen Sommer-Aufenthalt in Albano und Ariccia, seinen
Streifereyen mit Hjorth, Kückert, Müller14 u. a. in den Yolscer- und
Sa-biner-Gebirgen, seiner September-Reise nach Neapel, Pästum, den Inseln
u. s. w. aber weder Papier, noch Zeit wollen zureichen, und dabei fürcht’
ich auch Ihre Geduld vollends zu erschöpfen, da mein Brief schön in ßreite
und Länge ziemlich angewachsen und doch eigentlich immer noch ganz
in-haltsleer ist. Hier in Wien hab’ ich sehr still und eingezogen gelebt. Von
den beiden Haupt-Merkwürdigkeiten dieser Stadt, welche alle hieher Reisende
pflichtschuldig sehen, die Stephans-Kirche und die Frau v. Pichler, kenn’
ich bis Dato nur die (sehr ehrwürdige) ers te. Hr Friedrich v. Schlegel
wohnt in demselben Hause mit Ruckert und mir, ist uns aber allen Beiden
etwas zu sehr unzugänglich, esslustig, steif und affeläirt Staatsmännisch
vorgekommen. Wir machen nur so bisweilen bei ihm rein zeremonielle
Visiten. Seine Frau, die freilich auch gern imponirt und geheimnissvoll
thut, aber viel lebhafter und gesprächiger ist, lernte ich in Italien kennen,
wo wir besonders auf dem Lande ganz nah an einander wohnten. Hr v.
Schlegel ist jezt, wie er sagt, sehr eifrig mit Besorgung einer bei Cotta
baid erscheinenden Ausgabe seiner Sämmtlichen Werke beschäftigt. Baid
will er auch der Welt eine vollständige Darstellung seiner philosophischen
Welt-Ansicht mittheilen, von welcher Darstellung er behauptet, dass er sie
als das eigentliche Ziel seines Lebens immer angesehen hat. Mit dem Hrn
von Baader scheint er mehr zufrieden zu seyn, als mit Ihnen; wie weit er
aber mit der Baader’schen Natur- und Religionslehre einverstanden oder
nicht einverstanden ist, hab’ ich nicht erfahren können, da überhaupt der
Hr v. Schlegel nur in kurz abgerissnen Orakel-Sprtichen redet, das
Ausftihr-lichere aber allein in räthselhaften Mienen und Gebärden zu verstehen giebt.
Die Bequemlichkeit ist vielleicht an dieser dunkeln mimischen
Darstellungs-weise Schuld, denn er ist schrecklich fett geworden, und kein Fremder wird
wohl mehr in ihm den feurigen Renommisten des Athenäums (geschweige
der Lucinde!) erkennen.15 — Den Werner haben wir einigemale predigen
gehört. auch neue Gedichte von ihm gelesen. Dieser sonderbare, reichbe-

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