Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Physische Geographie. Einl. von [G. Sundbärg] Gunnar Andersson - 4. Geologie. Von E. Erdmann
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»Es ist schwer zu entscheiden, wann die Gebirgstaltung zuerst begann,
wahrscheinlich aber geschah es bereits während der ordovieischen Zeit. Sie ging
dann lange fort und kam erst in einer postsilurischen, vielleicht erst in einer
postdevonischen Zeit zum Abschluss. Durch diesen Faltungsprozess wurden die
Schichten nicht nur stark zusammengepresst und aufgerichtet, sondern auch
übergestülpt, zerrissen und über einander geschoben. Besonders war dies der
Fall am östlichen Rande der Faltungszone; grosse Massen von Sevegesteinen
sowie auf ihnen ruhender silurischer Hochgebirgsschiefer, desgleichen auch
zwischen diesen vermutlich inselförmig emporragende Partien von Grundgebirge,
wurden hier ostwärts über den Silur hingewälzt und in grosse Schollen
ausgepresst, innerhalb welcher die Parallelstruktur nun im grossen und ganzen
flachliegend ist. Wie dies von statten gegangen, hat noch nicht näher festgestellt
werden können, Tatsache ist aber, dass grosse Schollen von kristallinischen
Gesteinen nun mehrorts den Silur in einer Weise überlagern, die die Möglichkeit
ausschliesst, dass die Überlagerung normal sein kann. Mehrere gleichgerichtete
Überschiebungsebenen finden sich, die beiweitem schärfst markierte ist aber eine,
die vom nordwestlichsten Härjedalen an durch Jämtland hinauf bis zum
Storuman in Västerbotten, einen grossen Teil der Hochgebirge dieser Gegenden
sozusagen tragend, verfolgt werden kann. Die Massen dieser Gebirge liegen
nämlich über der Ebene und gehören der überschobenen Scholle an. Nördlich vom
Storuman streicht die Überschiebungsebene weiter nach NNO längs der ganzen
Ostseite des skandinavischen Hochgebirgszuges, soweit wie dieser schwedischem
Gebiet angehört.[1] Die übergeschobene Scholle, die nach SW hin sich weit in
Norwegen hineinerstreckt, scheint am breitesten im westlichen Jämtland und in
Härjedalen zu sein. Die Breite kann hier auf 100—130 km geschätzt werden,
weiter nordwärts ist sie aber sicher bedeutend geringer. Nunmehr sind sowohl
die übergeschobenen Schollen wie die ganze Hochgebirgskette überhaupt nur
Ruinen von dem, was sie einst gewesen. Dies wird teils dadurch bewiesen,
dass stark gepresste und ausgewalzte Gesteine mehrorts in hohen Gebirgsgipfeln
auftreten, über denen folglich mächtige Steinmassen sich einmal befunden
haben müssen, teils auch dadurch, dass die übergeschobenen Schollen
gleichsam im grossen zernagt und in kleinere, teilweise isolierte Partien zerteilt
sind.
Durch die Überschiebungstheorie lassen sich die in den Hochgebirgsgegenden
so oft vorkommenden abnormen Lagerungsverhältnisse erklären, wobei ältere
Gesteine flach über jüngeren liegen, wie z. B. im Åreskutan, dessen aus
kristallinischen Seveschiefern bestehende Masse auf obersilurischen Schichten ruht.
Ferner gibt sie die Ursache für die äusserst starken Pressungserscheinungen
an, welche die Gesteine der Hochgebirge so häufig aufweisen, gleichwie auch
für die Entstehung der an den Bodenflächen der übergeschobenen Schollen sehr
gewöhnlichen »Mylonite», d. h. durch Zertrümmern und Zermahlung gebildeten
Gesteinsdetritus, der später erhärtet ist.»
Nachdem Schweden sich allmählich aus dem Meere erhoben hatte, das während
der Silurzeit das Land bedeckte, behielt es, wie oben angedeutet, mit Ausnahme
von Schonen, seine Eigenschaft als Festland während der unberechenbar langen
Zeiträume bei, während welcher anderwärts Tausende von Metern mächtige
Formationen gebildet wurden. Im Zusammenhang mit der genannten Hebung, die
wahrscheinlich allein für sich ungeheure Zeiträume in Anspruch genommen hat,
dürfte die hauptsächliche Bildung der skandinavischen Gebirgskette eingeleitet
und allmählich vollendet worden sein. Während der ganzen Zeit wirkten
Verwitterung und das Abtragungs- und Sortierungsvermögen des fliessenden Wassers
nebst anderen Kräften dahin, die Oberflächenverhältnisse des Bodens
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