- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das schwedische Volk - 3. Volkscharakter und soziale Verhältnisse. Von [G. Sundbärg] J. Asproth - Der moralische Zustand. Von [G. Sundbärg] E. Arosenius

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sich mit negativen Indizien begnügen. Indem wir von den
Kriminalverhältnissen wie auch von denjenigen Erscheinungen absehen, die mit der
Abstinenzfrage in Zusammenhang gesetzt werden können, und über die
unter besonderen Abschnitten im Folgenden berichtet wird, seien hier
einige Tatsachen betreffs der Häufigkeit unehelicher Geburten sowie
sonstige der Bevölkerungs- oder Medizinalstatistik entnommene Daten
mitgeteilt, die zur Beleuchtung der öffentlichen Moral oder der Moral des
Individuums im engeren Sinne dieses Wortes dienen.

Die Häufigkeit unehelicher Geburten, die freilich nicht den einzigen
oder auch nur den sichersten Massstab für den sittlichen Zustand eines
Volkes darstellt, die aber doch jedenfalls eine Seite desselben beleuchtet,
bildet überhaupt eine der Schattenseiten im sozialen Leben Schwedens,
wenn auch die Verhältnisse beiweitem nicht so ungünstig sind, wie man
sie bisweilen dargestellt findet.

Auf je tausend unverheiratete Frauen und Witwen im Alter von 20—45
Jahren kamen jährlich unehelich Gebärende in:

Schweden 1751—1910:Europ. Länder 1891—1900:Belgien . . . . . . . 33,9
1751—75 . . . . . . . 11,7Niederlande . . . . . . . 13,8Schweden . . . . . . . 37,8
1776—00 . . . . . . .17,6Schweiz . . . . . . . 16,0Dänemark . . . . . . . 40,1
1801—25 . . . . . . . 28,3England . . . . . . . 16,2Italien[1]. . . . . . . 41,6
1826—50 . . . . . . . 32,2Schottland . . . . . . . 25,1Deutsches Reich . . . . . . . 50,8
1851—75 . . . . . . . 37,4Norwegen . . . . . . . 28,2Westl. Österreich . . . . . . . 71,6
1876—00 . . . . . . . 37,4Frankreich . . . . . . . 31,6Westeuropa . . . . . . . 36,9
1901—10. . . . . . . 41,1Finnland . . . . . . . 32,8Nordwesteuropa . . . . . . . 37,8


Die erste Spalte dieser Tabelle zeigt, dass eine stark ausgesprochene
Verschlechterung in Schweden während des Zeitraums 1776—1825 eintraf, also während
derselben Zeit, die auch durch die grösste Zunahme des Branntweinmissbrauchs
gekennzeichnet ist. Während der letzten Jahrzehnte sind die Veränderungen
bezüglich der Anzahl unehelicher Geburten nicht so gross gewesen, wenn auch
die Verschlechterung im grossen und ganzen fortgegangen ist.

Bei einem Vergleich mit den übrigen Ländern findet man, dass die Ziffer
Schwedens für die Jahre 1891—1900 mit der für Nordwesteuropa zusammenfällt,
während sie etwas höher als die entsprechende für ganz Westeuropa ist.

Die wesentlichste Ursache für die relativ hohe Anzahl unehelicher Geburten in
Schweden ist natürlich die oben nachgewiesene Abnahme der Heiratsfrequenz,
die dazu geführt hat, dass der Prozentsatz Verheirateter jetzt in Schweden
niedriger ist als in den meisten anderen Ländern unseres Weltteils.


Von sonstigen Daten, die den sittlichen Zustand des schwedischen
Volkes zu beleuchten vermögen, seien hier angeführt die
Ehescheidungsfrequenz, der Umfang der Prostitution, die Frequenz von venerischen
Krankheiten und von Totgeburten, der Sterblichkeitsunterschied zwischen
Unverheirateten und Verheirateten und zwischen Männern und Frauen,
sowie schliesslich die Selbstmorde.

Die jährliche Anzahl Ehescheidungen hat, auf 1 Million Einwohner
gerechnet, während der Jahrzehnte von 1831—40 bis einschliesslich 1901—-10 der Reihe
nach betragen: 35,l, 32,1, 33,0, 31,9, 43,9, 50,2, 69,0 und 88,9. Die letzten




[1] Uneheliche Kinder und Findlinge.

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