- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
573

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 10. Die schönen Künste - Malerei. Von [C. R. Nyblom] Carl G. Laurin

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MALEREI.

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Verwandter George Des Marées (1697—1776), der, nachdem er viele gute Bilder
hier geschaffen hatte, seine Tätigkeit nach Deutschland verlegte. Hinzugefügt
werden kann noch der aus Nürnberg nach Schweden berufene J. P. Lembke
(1631—1711), der auf Drottningholm die Schlachten Karls X. und Karls XI.
in Polen und Schonen malte. Alle diese waren, wie man sieht, aus dem
Auslande eingewanderte oder herstammende Künstler. Am Ende dieser langen
Reihe haben wir aber auch zweier Schweden zu gedenken: Johan Sylvins (gest.
1695), der bei der Ausschmückung des Schlosses Drottningholm mit Plafonds
tätig war, und Erik Dahlberg (1625—1703), der grosse Ingenieurgeneral, der
in seiner Jugend Italien besuchte und dort zusammen mit seinem »Konterfeier»,
Klöcker, Zeichnen studierte, der später Skizzen als Unterlagen für Lembkes
Schlachtengemälde lieferte und sich selber ein künstlerisches Denkmal von
bleibendem Wert in seiner bekannten Sammlung in Kupfer gestochener
schwedischer Städte- und Herrcnhofbilder, genannt »Suecia antiqua et hodierna»,
gesetzt hat.

Es waren D. v. Kraffts Schüler, die während des ersten Drittels des 18.
Jahrhunderts den Bedarf ihrer Zeit in Bezug auf Malerei, d. h. als Porträtisten,
deckten. Es waren dieses zunächst zwei ältere, J. D. Swartz (1678—1740)
und G. Schröder (1684—1750), danach Lor. Pasch d. Ä. (1702—66), der zu
Beginn der sog. Freiheitszeit als Bildnismaler in der Mode war, O. Arenius
(1701—66), Sohn eines Geistlichen aus Uppland, der in den 1740er Jahren
an Paschs Stelle trat, sowie J. H. Scheffel (1690—1781), der von der älteren
dunkelfarbigen Malerei die Brücke hinüberschlägt zu den blonden Farbenton
der Rokokozeit.

Damit wurde der französische Einfluss auf schwedische Malerei vorbereitet,
der zu einer vollendeten Tatsache ward, als auf Graf K. G. Tessins Betreiben
der Franzose G. Taraval (1701—50) im Jahre 1732 nach Schweden berufen
wurde. Taravals Zeichenschule gab die Anregung zu der im Jahre 1735
erfolgten Gründung der Malerakademie. Taraval wurde der uneigennützige Lehrer
der neuen Anstalt im Zeichnen, welche Stelle er bis zu seinem Tode bekleidete,
indem er gleichzeitig an der Dekorierung des Kgl. Schlosses arbeitete. Der erste
Vertreter dieser französischen Richtung war der Schwede G. Lundberg (1695—
1786). Nach einem Aufenthalte in Paris 1717—45, wo er sich die für das
Rokoko so typische Pastellmalerei, bei der italienischen Malerin Rosalba Carriera,
angeeignet hatte, kam er im letztgenannten Jahre heim und wurde bald der
bevorzugte Maler der vornehmen Gesellschaft. Lundberg war auch selber ein
Weltmann, wie ihn die Zeit forderte, und am besten gelangen ihm Damenporträts,
von denen wohl das vortrefflichste Frau Schröders unvollendetes Bild in der
Kunstakademie ist. Seinem Beispiele eines längeren Aufenthalts in der
Hauptstadt des Geschmacks jener Zeit folgten eine ganze Beihe schwedischer Maler,
die in Paris ihre künstlerische Ausbildung suchten und fanden. Sie erfuhren
dort Einflüsse seitens der solideren französischen Technik, und viele blieben dort
für den Rest ihres Lebens als naturalisierte Franzosen.

Der bedeutendste unter diesen dürfte Alex. Boslin (1718—93) sein, der aus
seiner Vaterstadt Malmö 1736 nach Stockholm kam und dort unter Schröder
studierte, worauf er 1745 Reisen in Deutschland und Italien machte, überall
sich durch Malen seinen Unterhalt verdienend. Schliesslich kam er 1752 nach
Paris, wo er bereits 1753 Mitglied der Akademie wurde. Dort liess er sich für
die Zukunft nieder. Mitte der 1770er Jahre besuchte er die Heimat und
weilte einige Zeit in St. Petersburg. Im übrigen hatte er seinen Wohnsitz in
Paris, wo er sich verheiratet hatte und inmitten der Revolution starb. In den
Tagen seiner Kraft war er der Maler der vornehmen Welt, und noch heute wird
er in Frankreich zu den wirklich guten Malern gerechnet; die charaktervollen
Porträts von Linne und Louise Ulrike zeigen ihn auch als Psychologen. Die

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