- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
624

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 11. Die wissenschaftliche Forschung - Volkswirtschaftslehre. Von Eli F. Heckscher und G. F. Steffen (Soziologie)

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(624 IV. DAS UNTERRICIITSAVESEN UND DIE GEISTIGE KULTUR.

meisten Fragen noch radikalerer Individualist als z. B. Adam Smith, und sowohl
die Selbständigkeit und die Konsequenz seiner Anschauung als seine
ungewöhnliche Darstellungskunst machen ihn zu dem hervorragendsten nationalökonomischen
Schriftsteller Schwedens. Während Gustavs III. Zeit (1772—92) hört zu grossem
Teil die Blüte der wolkswirtschaftliclien Literatur auf, die Physiokraten aber
erhalten nun einen gewissen Einfluss besonders auf den Ratgeber des Königs, den
Grafen Carl Fredrik Scheffer (1715—86), was seinerseits wieder auf die
Wirtschaftspolitik zurückwirkte.

Auch während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewinnt die
volkswirtschaftliche Literatur nicht die grosse Bedeutung wieder, die sie während
der Freiheitszeit besessen hatte. Das Interesse wird hauptsächlich durch
Übersetzungen befriedigt, zunächst von Arbeiten deutscher, dann französischer liberaler
Nationalökonomen. Die praktischen Probleme rufen jedoch Arbeiten u. a. von
dem »Reichspropst» F. B. von Schwerin (1764—1834) und von M. F. Björnstjerna
(1779—1847) — beide besonders in Kredit- und Finanzlagen — sowie von dem
Staatssekretär C. D. af Skogman (1786—1856: er gab 1845—46 »Anteckningar
om rikets ständers bank», Aufzeichnungen über die Bank der Reichsstände, die
gegenwärtige Reichsbank, die älteste Notenbank der Welt, heraus) und den
handelspolitischen Schriftstellern Knut Bonde (1815—71) und C. M. Rydqvist
(1806—84) hervor. Diese waren im allgemeinen nicht von dem ökonomischen
Liberalismus beherrscht. Auch an den Universitäten erhielt sich eine halb
mer-kantilistische Anschauung, teilweise mit Zusätzen sehr moderner sozialpolitischer
Beschaffenheit, beeinflusst besonders durch die historisch gefärbte schwedische
Staatsphilosophie (Höijer, Biberg, Järta und vor allem Geijer). Unter den
Universitätslehrern ragt vor allem der spätere Bischof C. A. Agardh (1785—1859)
hervor, der u. a. das Verkaufen der Staatswälder bekämpfte, und der in seinem
»Försök till en statsekonomisk statistik över Sverige» (1852—63; zusammen mit
C. E. Ljungberg, 1820—1909) eine bedeutende und originale volkswirtschaftliche
Arbeit hinterlassen hat; zu nennen sind ferner die drei Generationen der Familie
Rabenius, von denen die beiden ersten während nahezu eines halben Jahrhunderts
(1792—1837) nacheinander den nationalökonomischen Lehrstuhl in Uppsala
bekleideten (am bedeutendsten war der zweite, L. G. Rabenius, 1771—1846);
endlich der Rechtshistoriker P. E. Bergfalk (1798—1890).

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam die liberale Richtung endgiltig zum
Durchbruch, zunächst in ihrer französischen Form, in der Politik vertreten durch den
Finanzminister J. A. Gripenstedt (1813—74). Auf literarischem Gebiet ist hier vor
allem der Historiker und Finanzpolitiker lians Forssell (1846—1901) zu nennen,
ein glänzender Stilist, der zum erstenmal Schwedens Wirtschaftsgeschichte
(besonders der des 16. Jahrhunderts) eine wissenschaftliche Behandlung widmete; ferner
der Historiker der Literatur der Freiheitszeit, spätere Präsident der Reichsbank
J. W. Arnberg (1832—1900; »Anteckningar om Frihetstidens politiska ekonomi»,
1868).

In der Mitte der 1880er Jahre kam schliesslich die sozialpolitische Richtimg
zur Geltung, in allem wesentlichen beeinflusst von Deutschland her, gleichzeitig
mit der ebenfalls unter deutschem Einfluss entstehenden schwedischen
Sozialdemokratie und der von Deutschland herstammenden neuen schutzzöllnerischen
Handelspolitik. Die Vertreter der neuen Richtung, besonders auf dem
sozialpolitischen Gebiet, waren Johan Leffler (1845—1912) und Axel Raphael (geb.
1850), die (unter Mitwirkung anderer) das Sammelwerk »Det ekonomiska
samhällslifvet», ein Handbuch der Volkswirtschaftslehre, (1894—1902) herausgaben,
sowie Pontus Fahlbeck (geb. 1850, Professor der Staatswissenschaft und Statistik
in Lund), der ausserdem der Begründer der statistischen Universitätsstudien
in Schweden ist. Ein Zeichen des sozialpolitischen Interesses war auch die
V. E. Lorén’sehe Stiftung, aus der teils die Kosten der Herausgabe von »Skrifter

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