Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 11. Die wissenschaftliche Forschung - Die medizinischen Wissenschaftszweige
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DIE MEDIZINISCHEN WISSENSCHAFTSZWEIGE. (531
1835) seinen ersten Professor der Physiologie. Er hat wichtige Beiträge zur
Entdeckung der gefässerweiternden Nerven, zur Muskelphysiologie u. a. in.
gegeben. Sein Nachfolger Robert Tigerstedt (geb. in Finnland 1853) war zwanzig
Jahre als Lehrer am Institut tätig, bis er 1901 an die Universität Hiilsingfors
übersiedelte. Seine zahlreichen Arbeiten gehören hauptsächlich der Nerven- und
Muskelphysiologie, der Physiologie des Blutumlaufs, des Gasaustausches und der
Nahrung an. Er ist auch als Lehrbuchverfasser bekannt. Von seinen Schülern
sind zu nennen: J. E. Johansson (geb. 1862), der ihm als Professor im Jahre
1901 folgte, und der Arbeiten zur Physiologie des Blutumlaufs, des
Gasaustausches und des Stoffwechsels herausgegeben hat, C. G. Santesson (geb. 1862),
später Professor der Pharmakologie, der innerhalb der Muskelphysiologie
gearbeitet hat, E. Ijandergren (1867—12) und E. O. Hultgren (geb. 1866), die
auf dem Gebiete der Nahrungsphysiologie gearbeitet haben.
In Lund wurde Magnus Blix (1849—1904) der erste Professor der
Physiologie im Jahre 1885. Er ist durch seine Entdeckung, dass wir Kälte, Wärme
und Druck mittelst besonderer Nerven empfinden, wie auch durch seine
Arbeiten über die Länge und die Spannung des Muskels und die Wärmebildung
im Muskel berühmt. Sein Nachfolger, T. Thunberg (geb. 1873), hat
hauptsächlich innerhalb der Physiologie der Hautsinne und des Gasaustausches
gearbeitet. H. Gertz (geb. 1875), ein Schüler von Blix, hat Arbeiten zur Physiologie
des Auges herausgegeben.
Die medizinische Chemie in Schweden zählt als ihren leuchtendsten Namen
J. J. Berzelius (1779—1848), an welchen sich anschliessen — in Uppsala: O.
Hammarsten (geb. 1841), bekannt durch die Entdeckung des Labes im
menschlichen Magensaft, durch bedeutungsvolle Arbeiten zur Eiweiss-, Blut- und
Verdauungschemie sowie durch sein, in mehrere fremde Sprachen übersetztes,
»Lärobok i fysiologisk kemi» (Lehrbuch der physiologischen Chemie) u. a. m.; A. T.
Almen (1833—1903) und C. T. Mörner (geb. 1864), Bearbeiter der
biologischen und pharmazeutischen Chemie, sowie S. G. Hedin (geb. 1859), früher einer
der Vorsteher am Jenner-Institut in London, bekannt durch Arbeiten, bei welchen
die physikalische Chemie auf physiologische Probleme Anwendung gefunden hat; —
in Stockholm: K. G. Mosander (1797—1858), hervorragender Mineralchemiker und
Pharmazeut, N. P. Hamberg (1815—1902), vielseitig tätig innerhalb der
medizinischen Chemie und Toxikologie, S. Stenberg (1824—84), der zahlreiche
praktischchemische Fragen behandelt hat, N. J. Berlin (1812—91) und S. Jolin (geb. 1852),
welche sich meist der pharmazeutischen Chemie und der Pharmakopöearbeit
gewidmet haben, während K. A. H. Mörner (geb. 1854) wichtige Versuche und
Entdeckungen über die Chemie gewisser Eiweiss- und Schleimstoffe sowie im Körper
vorkommender Farbstoffe u. a. gemacht hat; — in Lund: der Norweger Ivar Bang
(geb. 1869), bekannt u. a. durch Arbeiten über die Chemie der Fettstoffe, über
die Zuckerbildung im Körper u. a. m. — Die drei medizinischen Fakultäten des
Landes besitzen chemische Laboratorien, und der Unterricht in der medizinischen
Chemie steht in Schweden höher als in den meisten anderen Ländern.
Die Heilmittellehre (Pharmakologie), früher gleichzeitig mit der
Naturgeschichte und besonders der Botanik von einem Urban Hjärne (1641—1724), einem
Linné (1707—78), A. J. Retzius (1742—1821), G. Wahlenberg (1780—1851), P.
F. Wahlberg (1800—77) u. a., ebenso in späterer Zeit von O. T. Sandahl (1829
—94) und R. F. Fristedt (1832—93) gepflegt, ist seit Anfang der 1890er Jahre
in moderner Richtung als eine experimentelle Wissenschaft betrieben worden:
am Karolinischen Institut von C. G. Santesson (geb. 1862), der die Wirkungen
verschiedener Gifte studiert hat; in Uppsala von .1/. Elfstrand (geb. 1859), der
u. a. ein Lehrbuch der Pharmakologie herausgegeben hat; in Lund von dem
Engländer E. Overton (geb. 1865), bekannt durch seine Arbeiten über die Theorie der
Narkose, über die Anwendung der physikalischen Chemie auf die Physiologie und
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